Abnehmtipps von Vance und Kennedy: Die große Sauerkraut-Liebe in Trumps Kabinett
Mit fermentiertem Gemüse und Steak zum Frühstück wollen US-Vizepräsident JD Vance und Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. die Pfunde purzeln lassen. Präsident Donald Trump bleibt aber lieber bei Fast Food. Dies berichtet das „Wall Street Journal“.
Sauerkraut und Kimchi im Fokus
Laut dem Bericht schwören Vance, Kennedy, Handelsminister Howard Lutnick und Verkehrsminister Sean Duffy auf eine Diät, die viel fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut und Kimchi sowie Rindersteak beinhaltet. Gleichzeitig verzichten die Maga-Männer weitgehend auf Alkohol und Süßigkeiten.
Möglicherweise mit Erfolg: Kennedy behauptete diese Woche, er habe mit dieser Diät, die auch große Low-Carb-Elemente umfasst – also einen Verzicht auf Kohlenhydrate – in einem Monat fast zehn Kilogramm abgenommen. Zudem führt er das Verschwinden seines chronischen Vorhofflimmerns sowie eine Reduktion von Gelenkschmerzen auf die Ernährungsumstellung zurück.
Vances Leibspeisen: Trockenfleisch, Sauerkraut, Brombeeren
JD Vance, der gerade ein Buch über seine religiöse Wiedergeburt als Katholik geschrieben hat, soll die Diät ursprünglich in der christlichen Fastenzeit begonnen haben und behielt sie seither bei. Auf Reisen knabbert Vance dabei besonders gerne das in den USA populäre Trockenfleisch „Beef Jerky“.
Ein typisches Vance-Mittagessen besteht dem Bericht nach aus Eiern, Sauerkraut, Gewürzgurken, Brombeeren oder Himbeeren. Zum Abendessen gibt es regelmäßig Rind- oder Lammfleisch, erneut ergänzt mit Sauerkraut, so das „Wall Street Journal“.
Fermentiertes Gemüse in der US-Regierung hoch im Kurs
Handelsminister Lutnick bevorzugt für den Snack zwischendurch Käsesorten wie Blauschimmelkäse oder Parmesan. Es sei Kennedy gewesen, der ihn von der Diätform überzeugt habe, heißt es. Seitdem setzt Lutnick selbst fermentiertes Gemüse an.
Kennedy selbst reist so weit wie möglich immer mit einer Ladung Sauerkraut durchs Land. In einem Podcast erzählte seine Ehefrau Cheryl Hines vergangenes Jahr, dass Kennedy jeden Morgen um 6:30 Uhr aufstehe, um sich ein Steak zu braten und Sauerkraut zu essen. Bei gemeinsamen Terminen habe er sie schon gebeten, eine Tüte Sauerkraut in ihrer Handtasche mitzunehmen.
Viszerales Bauchfett schrumpfen lassen?
Hinter dem Maga-Ernährungstrend steckt der Mediziner Sean O’Mara. Der ehemalige Militärarzt war bereits während der Präsidentschaft von George W. Bush zeitweise im Weißen Haus tätig und betreibt heute eine Privatpraxis, wo er gegen teure Bezahlung Kennedy, Lutnick und Duffy empfangen haben soll.
O’Mara verspricht: Mit der Sauerkraut-Diät könne man gezielt das speziell für Männer besonders gefährliche viszerale Bauchfett reduzieren – ein Risikofaktor für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem profitiere das Mikrobiom im Darm, was Entzündungen im Körper reduzieren kann und mit einem geringeren Risiko für Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen einhergeht. Der weitgehende Verzicht auf Industriezucker und Alkohol entlastet zudem die Leber und den Blutzuckerspiegel.
Wissenschaftlich sind diese Effekte teilweise sehr gut, wenngleich nicht uneingeschränkt belegt. Für sein Wissen lässt O’Mara sich fürstlich bezahlen: Für ein 15-minütiges Beratungsgespräch per Video nimmt er rund 650 Euro, für eine umfangreiche Ernährungsberatung inklusive MRT-Untersuchungen ruft er zwischen 7000 und 15.000 Euro auf.
O’Maras Einfluss begrenzt sich dabei nicht auf das Regierungskabinett. In den im vergangenen Jahr von Kennedy Jr. vorgestellten neuen Ernährungsrichtlinien der USA wird der Verzehr fermentierter Lebensmittel erstmals explizit empfohlen.
Viel rotes Fleisch eher gesundheitsschädlich
Problematisch sehen Wissenschaftler allerdings den hohen Konsum an rotem Fleisch, welcher laut Metastudien Cholesterinwerte stark ansteigen lassen kann und das Risiko für Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Zur Gewichtsreduktion ist eine eiweißlastige, kohlenhydratarme Ernährung zeitweise aber hilfreich. Sinnvoller wäre es, statt Rindfleisch Fisch, Geflügel oder pflanzliche Proteinquellen auf den Speiseplan zu setzen.
So oder so: Einer hält sich jedenfalls nicht an die Sauerkraut-Diät. Beim Besuch der NBA-Finals in New York sah man US-Präsident Donald Trump jüngst wie gewohnt mit Pizza, Pommes frites und Cola Light.



