Irandeal: Entspannung am Ölmarkt, aber Preise sinken erst langsam
Irandeal: Entspannung am Ölmarkt, Preise sinken langsam

Wacklige Lage: Was der mögliche Irandeal für die Energiepreise bedeutet

Die vorläufige Einigung zwischen den USA und dem Iran sorgt für erste Entspannung am Ölmarkt. Verbraucher und Unternehmen hoffen auf eine Öffnung der Straße von Hormus. Doch bis die Preise substanziell sinken, dürfte es dauern. Von Claus Hecking, Benedikt Müller-Arnold und Stefan Schultz

Die Nachricht von einer möglichen Einigung zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise am Dienstag leicht sinken lassen. Analysten sprechen von einer ersten Entspannung, warnen jedoch vor übertriebenem Optimismus. Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Öltransport, könnte wieder sicherer werden. Der Iran hatte in den vergangenen Wochen mehrfach mit einer Blockade gedroht, was die Preise in die Höhe trieb.

Hoffnung auf stabile Versorgung

Die USA und der Iran haben sich nach monatelangen Verhandlungen auf eine vorläufige Vereinbarung geeinigt. Diese sieht unter anderem eine Lockerung der Sanktionen im Gegenzug für eine Begrenzung des iranischen Atomprogramms vor. Für den Ölmarkt bedeutet dies: Die Gefahr einer Eskalation im Persischen Golf sinkt. Die Schifffahrtsstraße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert werden, könnte wieder ungehindert passiert werden.

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Experten rechnen jedoch nicht mit einem sofortigen Preisverfall. „Bis sich die Lage wirklich normalisiert, werden wahrscheinlich Monate vergehen“, sagte Ökonom Thomas Müller. Zudem müsse die Einigung noch von beiden Seiten ratifiziert werden. Auch die OPEC+ könnte ihre Fördermenge anpassen, um einen Preissturz zu verhindern.

Auswirkungen auf Verbraucher und Unternehmen

Für deutsche Verbraucher und Unternehmen ist die Entwicklung dennoch positiv. Steigende Energiepreise hatten zuletzt die Inflation angeheizt und die Wirtschaft belastet. „Eine Entspannung am Ölmarkt würde die Produktionskosten senken und könnte die Konjunktur stützen“, so Müller. Allerdings dürften die Effekte erst mit Verzögerung an den Zapfsäulen und in den Heizkostenabrechnungen spürbar werden.

Die Bundesregierung begrüßte die Annäherung zwischen Washington und Teheran. Außenministerin Annalena Baerbock sprach von einem „wichtigen Schritt für die regionale Stabilität“. Man hoffe, dass die Gespräche zu einer dauerhaften Lösung führten.

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