Ein gefälschter X-Account, der sich als offizieller Kanal des Berliner Zoos ausgab, sorgte am Freitag für Aufregung mit einer erfundenen Schockmeldung: Eisbärin Tonja habe einen Tierpfleger angegriffen und sei daraufhin von Einsatzkräften erschossen worden. Die Nachricht löste Trauer, Wut und einen Shitstorm gegen den Tierpark aus – doch alles war erfunden.
„Tonja geht es gut. Die Eisbärin hat keinen Pfleger angegriffen. Und es fielen auch keine Schüsse“, erklärte Hanja Runge, Sprecherin für beide Berliner Zoos – den Zoo am Bahnhof und den Tierpark in Friedrichsfelde. Das Fake-Profil hatte die Meldung mit einem älteren Foto der Bärin verbreitet. Der echte Zoo Berlin ist seit der Übernahme von X durch Tech-Milliardär Elon Musk nicht mehr auf der Plattform aktiv, da immer mehr Fake-Profile auftauchen und Falschmeldungen ungebremst kursieren.
Fake-Profil täuscht mit offiziell anmutendem Account
Das Fake-Profil, das den Namen „Zoo Berlin“ trägt, existiert trotz mehrfacher Löschversuche durch den Zoo und X weiter. Es veröffentlicht regelmäßig Nachrichten – teils harmlos, teils „knapp an der Wahrheit vorbei“, viele komplett erfunden. Die Sprecherin betont, dass der Zoo den Account bereits gemeldet habe, jedoch ohne Erfolg. Die erfundene Meldung vom Freitag lautete: „Wir sind tief betrübt zu bestätigen, dass heute Morgen im Tierpark Berlin die Eisbärin Tonja einen Tierpfleger angegriffen hat. Der Pfleger wurde schwer verletzt. Tragischerweise musste Tonja von den Einsatzkräften erschossen werden, um den Angriff zu stoppen.“
User fallen auf die Falschmeldung herein
Viele X-Nutzer glaubten der Fake-News und reagierten mit Beileidsbekundungen für den angeblichen „tragischen Unfall“ sowie Genesungswünschen für den Pfleger. Andere nutzten die Gelegenheit, um Kritik an der Tierhaltung zu äußern: „Grausam, wie Gefangenschaft für Wildtiere ist – der Zoo gehört abgeschafft“, schrieb ein User. Ein anderer warf Eltern, die ihre Kinder in den Zoo bringen, „Mitschuld“ vor. Auch den Medien wurde vorgeworfen, nicht über den „Eisbären-Mord“ zu berichten – einen Mord, den es nie gegeben hat. Währenddessen fraß Tonja in ihrem Gehege unbeeindruckt ihren Mittagsfisch.
Zoo-Sprecherin: Kein Vorfall, Bärin wohlauf
Hanja Runge stellte klar: „Alles gelogen. Es gab weder einen Angriff auf einen Pfleger noch fielen Schüsse im Gehege.“ Der Zoo appelliert an die Nutzer, Nachrichten kritisch zu prüfen und sich bei offiziellen Stellen zu informieren. Der Vorfall zeigt, wie schnell sich Falschmeldungen in sozialen Netzwerken verbreiten können und welche Folgen sie haben – von unnötiger Aufregung bis hin zu Hass und Hetze gegen den Tierpark.



