Historischer Auswärtssieg: St. Pauli beendet schwarze Serie in Sinsheim
Der FC St. Pauli hat am 24. Spieltag der Bundesliga-Saison eine bedeutende Hürde genommen. Nachdem der Kiez-Klub außerhalb von Hamburg bisher noch keinen Sieg einfahren konnte, gelang nun der lang ersehnte erste Dreier in der Fremde. Beim hochfavorisierten TSG Hoffenheim, das zuvor acht Siege in Folge gefeiert hatte, setzte sich St. Pauli mit 1:0 durch.
Pereira Lage erzielt entscheidendes Tor in der Nachspielzeit
Den matchentscheidenden Treffer erzielte Stürmer Matias Pereira Lage (29) in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+3 Minute). Nach einer Flanke von Manolis Saliakas köpfte der Brasilianer den Ball zum 1:0 ein. Es handelte sich dabei um sein erstes Bundesliga-Tor überhaupt, nachdem er zuvor lediglich im DFB-Pokal gegen dieselbe Mannschaft getroffen hatte.
„Ich habe das vorm Spiel gefühlt. Manche Jungs spüren das. Ich habe getroffen, jetzt machen wir so weiter“, erklärte Pereira Lage nach dem Spiel mit spürbarer Erleichterung. Trainer Alexander Blessin (52) hatte den Angreifer für Martijn Kaars in die Startelf gebracht und wurde mit dieser Entscheidung belohnt.
Blessin lobt taktische Disziplin und kämpferische Leistung
Der St. Pauli-Trainer zeigte sich begeistert von der Leistung seiner Mannschaft: „Wir sind wahnsinnig glücklich. Nicht nur über die drei Punkte, auch über die Performance, die wir abgeliefert haben. Die erste Halbzeit war eine Mischung aus Leidenschaft und spielerischen Elementen“, analysierte Blessin.
Besonders hervor hob er die Qualitäten von Pereira Lage: „Er ist extrem wichtig für die Mannschaft. Sein taktisches Verständnis, seine Dynamik, seine Energie gegen den Ball, gepaart mit Tiefenläufen. Es freut mich wahnsinnig für ihn.“
Überlebenskampf in der zweiten Halbzeit
Nach der Führung musste St. Pauli in der zweiten Spielhälfte das massive Anrennen der Hoffenheimer überstehen. Abwehrchef Hauke Wahl beschrieb die Situation treffend: „Da war es ein Überlebenskampf“. Der Defensivspieler war für den angeschlagenen Ando (Muskelprobleme) auf die Position des rechten Innenverteidigers gerückt.
Mit einer Mischung aus Geschick, Glück und einer herausragenden Leistung von Torhüter Niko Vasilj brachte die Mannschaft das knappe Ergebnis über die Zeit. Der Keeper zeigte sich nach dem Spiel mit sichtbaren Blessuren: Seine Nase war geschwollen und blutunterlaufen, nachdem er im Zweikampf mit einem Hoffenheimer Spieler getroffen worden war.
„Sie ist geschwollen, ich kann den Druck fühlen. Hoffentlich ist sie nicht gebrochen“, kommentierte Vasilj seinen Zustand. Trainer Blessin zeigte sich weniger besorgt: „Die war schon öfter gebrochen, von daher kennt er das Gefühl. Das kriegt man irgendwie hin. Es sind ja Stehaufmännchen.“
Psychologisch wichtiger Erfolg für die Mannschaft
Der Sieg in Sinsheim hat für St. Pauli eine besondere Bedeutung. Nach mehreren enttäuschenden Auswärtsniederlagen im Jahr 2026 konnte endlich der Bann gebrochen werden. „Wir haben lange drauf gewartet. Das schmeckt gut. Wir hatten 2026 dumme Auswärtsniederlagen. Das ist jetzt ein schönes Gefühl“, resümierte Blessin die Bedeutung des Erfolgs.
Mit diesem zweiten Sieg in Folge nach dem 2:1 gegen Werder Bremen festigt St. Pauli seine Position in der Bundesliga und gewinnt gleichzeitig wichtiges Selbstvertrauen für die verbleibenden Auswärtsspiele der Saison. Die Mannschaft bewies in Sinsheim nicht nur spielerische Qualitäten, sondern vor allem auch mentale Stärke und Durchhaltevermögen.



