Connor Metcalfe (26) ist derzeit sehr gefragt. Der Mittelfeldspieler des FC St. Pauli erzielte im ersten Gruppenspiel der Australier gegen die Türkei das Tor zum 2:0 und wurde damit zum WM-Helden. Im Turnier-Quartier der Socceroos in Oakland spricht er über Teenager-Gefühle, sein verborgenes Talent und den Einfluss von Teamkollege Jackson Irvine (33).
Unterkunft in Oakland: Bescheiden, aber gemütlich
Die Australier sind in der Oakland Roots/Soul Training Facility direkt an der Bucht von San Francisco untergebracht. Das Hauptgebäude wirkt im Vergleich zum Team-Hotel der Deutschen eher wie eine Jugendherberge. Das gesamte Areal umfasst nur etwa 46.000 Quadratmeter – zum Vergleich: Das Trainingsgelände des FC St. Pauli an der Kollaustraße soll nach dem Umbau 88.000 Quadratmeter groß sein. Doch Metcalfe betont, dass klein nicht schlecht sein muss.
Teenager-Gefühle und Tischtennis-König
„Du hast sonst selten die Gelegenheit, jede Sekunde mit den Jungs zu verbringen. Das fühlt sich an, als wärst du wieder ein Teenager“, beschreibt Metcalfe die Stimmung im Team. Regelmäßig treffen sich die Australier zum Tischtennis, und Metcalfe gilt als der Beste. Mit seiner Hilfe hat sich Ex-Bundesliga-Profi Matthew Leckie (35, früher Hertha und Ingolstadt) enorm verbessert. „Ich war sein Lehrer und er mein Schüler. Ich habe ihn dahin gebracht, wo er jetzt ist. Letzte Nacht hat er jeden im Raum geschlagen. Das war ein sehr stolzer Moment“, verrät Metcalfe.
Nächstes Spiel gegen die USA: Selbstbewusstsein dank Irvine
Am Freitag (21 Uhr, live ARD und Magenta TV) trifft Australien auf Gastgeber USA. Bereits im Vorfeld gab es verbale Scharmützel, doch durch den Auftaktsieg sind die Australier noch selbstbewusster. Metcalfe führt dies auch auf Jackson Irvine zurück. Auf die Frage, welcher Spieler sich am meisten verändert, wenn es um Siege geht, antwortet Metcalfe: „Das ist Jacko. Er ist ein sehr wetteifernder Typ.“ Der Kapitän des FC St. Pauli spielt seine dritte WM nach 2018 und 2022. „Es ist in seinem Blut. Egal welches Spiel es ist, er will gewinnen. Das ist gut und hilft uns auf dem Platz“, so Metcalfe – selbst wenn Irvine wie gegen die Türken erst in der Schlussphase eingewechselt wird.



