Österreich erlebt WM-Wahnsinn: 3:3 in letzter Minute gegen Algerien
Österreich erlebt WM-Wahnsinn: 3:3 in letzter Minute

Österreich hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko eine dramatische Gruppenphase überstanden und sich durch ein 3:3-Unentschieden gegen Algerien für das Sechzehntelfinale qualifiziert. Dort trifft das Team von Trainer Ralf Rangnick am Donnerstag auf Europameister Spanien. Die Begegnung in Kansas City war geprägt von einer verrückten Schlussphase, die die österreichische Mannschaft innerhalb weniger Minuten von der Verzweiflung in den Jubel stürzte.

Dramatische Schlussphase: Von der Hölle zurück

Vor der Partie hatten viele Beobachter ein langweiliges Spiel erwartet, da beiden Teams ein Remis zum Weiterkommen gereicht hätte. Doch es kam anders. In der dritten Minute der Nachspielzeit brachte Riyad Mahrez Algerien mit 3:2 in Führung und ließ die österreichischen Hoffnungen schwinden. Doch nur drei Minuten später köpfte der eingewechselte Sasa Kalajdzic den Ball zum 3:3-Endstand ins Tor. „Einmal Hölle und zurück“, titelte die „Kronen-Zeitung“ nach dem Spiel.

„Ich habe im Moment keine Worte, sage ich ganz ehrlich. Ich glaube, so etwas habe ich so noch nie erlebt“, sagte Rangnick nach der Partie. „3:2 hinten, die Spielzeit ist eigentlich um. Wir kommen tatsächlich nochmal ins Spiel zurück. Wir sind im Moment einfach nur happy“, fügte der deutsche Trainer hinzu.

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Kalajdzic als Held: Jubelsturm und Emotionen

Nach dem Ausgleichstreffer stürzte sich fast die gesamte österreichische Mannschaft auf Kalajdzic. „Der Jubel hat 15 Meter im Feld begonnen und am Ende war ich fast aus dem Stadion, so sehr wurde ich geschubst und gedrückt“, berichtete der Angreifer. Als der Schiedsrichter das Spiel abpfiff, ließen sich die meisten österreichischen Spieler erschöpft auf den Rasen fallen. „Ich bin fix und fertig“, sagte Dortmunds Marcel Sabitzer.

In der Kabine feierte die Mannschaft ausgelassen. „Wir haben Österreich den Atem angehalten – aber jetzt sollen sie alle schön weiter trinken“, sagte Sabitzer. Kapitän David Alaba ergänzte: „Das ist unfassbar.“ Die Spieler tanzten durch die Kabine und schrien ihre Freude heraus.

Spielverlauf: Von Führung zu Führung

Vor 69.045 Zuschauern im Stadion der Kansas City Chiefs begann Österreich stark. Marko Arnautovic erzielte in der 28. Minute die Führung. Kurz vor der Pause glich Rafik Belghali für Algerien aus. Nach der Pause brachte Sabitzer Österreich erneut in Führung (55. Minute), doch Mahrez glich in der 60. Minute zum 2:2 aus. In der Schlussphase schien Algerien durch Mahrez' zweiten Treffer in der 90.+3 Minute den Sieg davongetragen zu haben, ehe Kalajdzic in der 90.+6 Minute den Ausgleich köpfte.

„Aber man muss den Ball und das Spiel respektieren“, sagte Mahrez später zu seinem Tor, das er als selbstverständlich ansah. Dass er sich nicht weiter erklären musste, lag am irren Ende des Spiels.

Historische Parallelen: Keine „Schande von Kansas“

Vor dem Spiel war viel über die „Schande von Gijón“ gesprochen worden, als sich Deutschland und Österreich bei der WM 1982 auf ein Ergebnis geeinigt hatten, das Algerien ausschloss. Diesmal war davon nichts zu spüren. Beide Teams spielten offensiv und kämpften bis zur letzten Minute. „BIST DU DEPPAT!“, titelte das Online-Magazin oe24.at und spiegelte damit die Emotionen der Fans wider.

Österreich trifft nun auf Spanien, während Algerien als Gruppendritter auf die Schweiz wartet. Trotz des späten Ausgleichs fühlte sich Algerien am Ende als gefühlter Gewinner, da sie gegen einen vermeintlich leichteren Gegner spielen.

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