Österreich und Algerien nach 3:3 im Achtelfinale: „Noch nie erlebt“
Österreich und Algerien nach 3:3 im Achtelfinale

Österreich und Algerien haben sich in einem hochdramatischen WM-Spiel mit 3:3 (1:1) getrennt und sich damit beide für die K.o.-Phase qualifiziert. Vor 69.045 Zuschauern in Kansas City trafen Marko Arnautovic (28. Minute), Marcel Sabitzer (55.) und Sasa Kalajdzic (90.+6) für Österreich. Für Algerien waren Rafik Belghali (45.) und Riyad Mahrez (60./90.+3) erfolgreich. Österreich trifft nun im Sechzehntelfinale auf Titelkandidat Spanien, während Algerien auf die Schweiz als vermeintlich leichteren Gegner stößt.

Dramatischer Schlusspunkt und emotionale Reaktionen

Österreichs Trainer Ralf Rangnick zeigte sich nach dem Spiel fassungslos: „Ich habe im Moment keine Worte, sage ich ganz ehrlich. Ich glaube, so etwas habe ich so noch nie erlebt. 3:2 hinten, die Spielzeit ist eigentlich um. Wir kommen tatsächlich nochmal ins Spiel zurück. Wir sind im Moment einfach nur happy.“ Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer ergänzte im ZDF: „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das war ein Auf und Ab. Wir gehen zweimal in Führung, das musst Du nach Hause bringen. Es war teilweise unseriös. Viel zu leichte Gegentore, aber heute freuen wir uns mal. Wir haben Österreich den Atem angehalten – aber jetzt sollen sie alle schön weiter trinken.“

Ausgangslage und Brisanz vor dem Spiel

Vor der Partie war viel über die Gefahr einer Absprache spekuliert worden, da beiden Teams ein Remis zum Weiterkommen gereicht hätte. Hintergrund war die „Schande von Gijón“ bei der WM 1982, als Deutschland und Österreich sich auf ein 1:0 einigten und Algerien ausschied. Rangnick wies solche Befürchtungen jedoch zurück: „Du kannst nicht in ein Spiel gehen und sagen, du spielst auf Unentschieden. Wie das in den letzten fünf Minuten sein wird, das wird man sehen. Aber wir werden das Team sicher nicht ins Rennen schicken, um Remis zu spielen.“

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Spielverlauf: Intensive Partie mit vielen Wendungen

Beide Teams starteten mit hoher Intensität. Österreich ging durch Arnautovic nach einem langen Ball von David Alaba in Führung. Algerien drängte auf den Ausgleich, traf zunächst nur den Pfosten (40.) und scheiterte an Torwart Alexander Schlager (44.), ehe Belghali kurz vor der Pause ausglich. Nach der Halbzeit brachte Rangnick mit einem Dreifachwechsel frischen Wind, und Sabitzer traf früh zur erneuten Führung. Algerien konterte durch Mahrez zum 2:2. In der Schlussphase schien alles auf ein Unentschieden hinauszulaufen, doch Mahrez traf in der Nachspielzeit zur vermeintlichen Entscheidung. Österreich gab jedoch nicht auf und glich durch Kalajdzic in der sechsten Minute der Nachspielzeit aus.

Ausblick auf die K.o.-Runde

Österreich trifft nun im Achtelfinale auf Spanien, während Algerien gegen die Schweiz antritt. Beide Teams haben gezeigt, dass sie auch in Drucksituationen bestehen können. Die algerischen Fans im Stadion feierten den Last-Minute-Ausgleich ihres Teams, das trotz des dritten Platzes in der Vorrunde hinter Argentinien und Österreich nun gegen die Schweiz eine gute Chance auf das Viertelfinale hat.

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