Beim Heimspiel gegen Wolfsburg fiel er das erste Mal auf, jetzt wird er genauer unter die Lupe genommen: Union Berlin testet an der Alten Försterei einen eigenen Stadion-Eingang für Frauen und Kinder. Die Maßnahme ist Teil des bestehenden Einlasskonzepts und soll vor allem eines lösen: dichtes Gedränge, lange Wartezeiten und Übergriffe auf Frauen vor dem Anpfiff.
Direkt neben dem regulären Zugang zur Waldseite, nur durch einen Zaun getrennt, zeigt sich vor Ort der erste deutliche Unterschied: Während sich im breiten Hauptdurchgang die Fans dicht drängen, verläuft der Frauen-Eingang deutlich ruhiger. Es ist der schmalere Zugang, direkt parallel zum Originalen. Er ist sehr übersichtlich und kaum ausgelastet, nur weibliche Ordner checken die Taschen der Besucherinnen und die ihrer Kinder, tasten sie ab. Die einzige männliche Ausnahme: Papas mit ihren Kindern.
Wartezeiten gibt es kaum. „Ich finde es super, dass es jetzt einen Frauen-Eingang gibt! Das geht auch viel schneller“, sagt eine Besucherin. Aus Sicht der Ordnerinnen hat der Test einen ernsten Hintergrund: „Es kam in der Vergangenheit leider schon zu Begrapschungen im anderen Gang, weshalb der neue Eingang jetzt getestet wird“, erklärt eine Mitarbeiterin vor Ort.
Neuer Zugang: Weniger Gedränge, mehr Tempo
Union gibt an, dass es sich nicht um ein eigenständiges Sicherheitskonzept handelt, sondern um eine Maßnahme innerhalb des bestehenden gesamten Einlassplans. Dieser werde „kontinuierlich bewertet und weiterentwickelt“. Union prüfe immer wieder, wie sie das Einlasskonzept „im Sinne unserer Besucher verbessern können“.
Zusätzlich heißt es, dass sich viele Frauen erst nach der Ticketkontrolle neu orientieren und die passende Kontrollstelle suchen. Das sorgt immer wieder für Stocken im Ablauf und bei manchen auch für den Eindruck, es seien zu wenige Ordnerinnen im Einsatz. Das BILD-Fazit: „Der Frauen-Eingang ist wirklich eine tolle Sache. Der Ablauf ist super einfach, man fühlt sich sicher und es geht total schnell. Das unangenehme, enge Gedränge in der normalen Schlange bleibt einem erspart. Ich finde, davon können sich andere Vereine etwas abschauen.“



