Es geht um einen einzigen Sitz – doch für Dagmar Eckel (58) ist er mehr als das. Er steht für die Erinnerung an ihren Vater Horst Eckel (†89), den letzten lebenden Weltmeister von 1954. Fast fünf Jahre nach seinem Tod fehlt auf dem Betzenberg noch immer das gestickte Konterfei des Lautern-Idols an seinem Platz. Stattdessen befindet sich dort ein gewöhnlicher Stadionsitz. Dagmar Eckel hat nun rechtliche Schritte gegen den 1. FC Kaiserslautern eingeleitet.
Der Streit um den Sitz
Laut Dagmar Eckel hatte der Verein zugesagt, den Sitz ihres Vaters mit einem gestickten Konterfei zu versehen, ähnlich wie bei anderen Vereinslegenden. Doch bis heute sei nichts passiert. „Es ist eine Frage des Respekts“, sagte sie. Der FCK hingegen zeigt sich „verwundert“ über die Klage. Ein Vereinssprecher erklärte, man habe sich bemüht, eine Lösung zu finden, aber die Umsetzung sei komplizierter als gedacht.
Die Bedeutung von Horst Eckel
Horst Eckel war der letzte Überlebende der deutschen Weltmeistermannschaft von 1954, die in Bern das „Wunder von Bern“ vollbrachte. Er spielte von 1947 bis 1960 für den 1. FC Kaiserslautern und absolvierte 214 Spiele für die Pfälzer. Nach seinem Tod im Dezember 2021 wurde er auf dem Betzenberg mit einer Schweigeminute geehrt, doch die geplante Ehrung auf seinem Sitz blieb aus.
Die Reaktion des Vereins
Der 1. FC Kaiserslautern betont, dass man die Erinnerung an Horst Eckel hochhalte. „Wir haben eine Gedenktafel im Stadion und einen Ehrenplatz für ihn vorgesehen“, so der Sprecher. Die Verzögerung sei auf logistische und handwerkliche Herausforderungen zurückzuführen. Man hoffe, den Sitz in der kommenden Saison fertigzustellen. Dagmar Eckel zeigt sich jedoch ungeduldig: „Es geht nicht ums Geld, sondern ums Prinzip. Mein Vater hat so viel für den Verein getan, da kann man doch nicht einfach fünf Jahre warten.“
Rechtliche Schritte
Dagmar Eckel hat nun eine Klage eingereicht, um die Fertigstellung des Sitzes zu erzwingen. Ihr Anwalt argumentiert, dass der Verein eine vertragliche Zusage nicht eingehalten habe. Der FCK kündigte an, die Klage zu prüfen und weiterhin auf eine gütliche Einigung zu hoffen. Der Streit um den Sitz hat in der Fanszene für Diskussionen gesorgt – viele unterstützen die Tochter, andere verstehen die Verzögerung.



