Luca Toni attackiert Louis van Gaal erneut: 'Menschlich war er eine Null'
Der ehemalige Stürmer des FC Bayern München, Luca Toni, hat in einem aktuellen Interview bei DAZN erneut schwere Vorwürfe gegen seinen Ex-Trainer Louis van Gaal erhoben. Der Italiener bezeichnete den Niederländer dabei als menschliches Versagen und zog eine schon länger andauernde Konfliktgeschichte weiter.
Tonis Vorwürfe im Detail
In der Sendung „You’ll never talk alone“ äußerte der 48-jährige Toni deutlich seine Abneigung: „Ich glaube, er ist ein guter Trainer. Aber bei den menschlichen Beziehungen war er eine Null“, erklärte der ehemalige Fußballprofi. Der konkrete Vorwurf lautet, dass van Gaal versucht habe, sich auf Kosten prominenter Spieler zu profilieren.
„Er hatte Lúcio schon weggeschickt. Er wollte mich wegschicken. Er wollte Franck Ribéry aus der Mannschaft haben“, behauptete Toni und fügte hinzu: „Es hat viele Probleme mit van Gaal gegeben. Aber das ist nur eines davon. Wir könnten eine Sendung von fünf Stunden darüber machen.“
Historischer Konflikt zwischen Spieler und Trainer
Die Auseinandersetzung zwischen Toni und van Gaal reicht bis in die gemeinsame Zeit beim FC Bayern zurück. Zwei Jahre lang trainierte Louis van Gaal den Rekordmeister und führte ihn in der Saison 2009/10 zum Double. Doch mit Luca Toni sollte keine Freundschaft entstehen.
Bereits Anfang 2010 verließ Toni den FCB im Winter, nachdem er öffentlich erklärt hatte, sein Verhältnis zu van Gaal sei „so gut wie am Ende“. Er berichtete von „Zermürbung von vier langen Monaten voller Entbehrungen und Unverständnis mit dem aktuellen Trainer“. Aufgrund dieser Aussagen wurde der Italiener für ein Champions-League-Spiel suspendiert.
Weitere Vorwürfe aus der Vergangenheit
In den folgenden Jahren setzte Toni seine Attacken fort. So warf er van Gaal vor, Spieler wie austauschbare Objekte zu behandeln. Der Hintergrund: Gleich nach seiner Ankunft in München habe van Gaal ihn am Kragen gepackt und angeschrien.
„Ich nickte einfach und sagte dazu: 'Ja, ja, ja, ja.' Als der Trainer irgendwann weg war, ließ ich mir alles von Diego Contento übersetzen. Es ging wohl nur darum, dass er derjenige sei, der das Sagen habe. Und ich, auch wenn ich Toni heiße, mich an seine Regeln zu halten habe“, erinnerte sich der Stürmer.
Besonders skurril war ein Vorfall aus dem Jahr 2011, den Toni der Sport Bild schilderte: „Der Trainer wollte uns klarmachen, dass er jeden Spieler auswechseln kann – egal, wie er heißt, weil er Eier hat. Um das zu demonstrieren, ließ er die Hosen runter. So etwas habe ich noch nie erlebt, das war total verrückt.“
Ausklang der Karrieren
Louis van Gaal wurde im April 2011 beim FC Bayern entlassen, nachdem die Saison nur mit Rang vier endete. Luca Toni setzte seine Karriere zunächst weniger erfolgreich in Italien fort, bevor er sie bei Hellas Verona ausklingen ließ. Die jüngsten Äußerungen zeigen, dass die Wunden aus der gemeinsamen Zeit auch Jahre später noch nicht verheilt sind.



