Der Hallesche FC steht zum Saisonstart bereits im Fokus der Kritik. Nach dem enttäuschenden 2:2 beim Greifswalder FC wollen die Verantwortlichen die Scharte schnell wieder auswetzen. Die Erwartungshaltung im Umfeld ist immens, und die ersten Zweifel sind bereits laut geworden.
Bereits nach dem ersten Spieltag werden zwei Personalentscheidungen von Trainer Robert Schröder hitzig diskutiert. Die Fans fragen sich: Warum stand Luca Bendel im Tor? Und weshalb musste Innenverteidiger Pascal Schmedemann zuschauen? Der Ärger richtet sich nicht gegen die Mannschaft als Ganzes, sondern gezielt gegen diese beiden Personalien, die aus Sicht vieler Anhänger nicht nachvollziehbar sind.
Sportchef Unger nimmt Stellung
HFC-Sportdirektor Marian Unger (42) hat die Entscheidungen nun im Gespräch mit der BILD ausführlich begründet. Er stellt sich hinter seinen Trainer und verteidigt die Aufstellung als Konsequenz aus der Vorbereitung. „Luca hat im Training und den Testspielen mehr überzeugt. Es geht ums Leistungsprinzip und da hat Luca die bessere Visitenkarte hinterlassen als Mo Schulze“, wird Unger zitiert.
Die Botschaft ist klar: Der Name zählt nichts, wenn die Leistung nicht stimmt. Für Luca Bendel ist das die Chance, sich langfristig als Nummer eins zu etablieren. Für Mo Schulze bedeutet es, dass er sich im Training zurückmelden muss. Unger stellt jedoch nicht infrage, dass Schulze womöglich schon bald wieder zwischen den Pfosten stehen kann – wenn er denn überzeugt.
Schmedemann muss sich steigern
Ähnlich deutlich äußert sich der Sportchef zur Situation von Pascal Schmedemann. Der Innenverteidiger, der einst zu den Leistungsträgern gehörte, hat den Sprung in die Startelf bisher verpasst. Unger fordert von ihm eine klare Steigerung: „Er muss uns in der täglichen Arbeit zeigen, dass er wieder zu alter Stärke zurückfindet.“ Dieser Satz ist als deutliche Aufforderung zu verstehen, sich im Training neu zu beweisen.
Für den HFC ist die Defensive ein entscheidender Faktor. Nach dem Remis zum Auftakt soll die Hintermannschaft stabiler stehen. Schmedemann könnte dabei bald wieder eine Option sein, doch der Weg führt über harte Arbeit und nicht über Ansprüche aus der Vergangenheit.
Neue Bewerber stellen sich vor
Parallel zur internen Konkurrenzsituation beobachtet der HFC weiterhin den Transfermarkt. Mit Max Herrmann (21) und Franck Tehe (24) haben sich zuletzt zwei vereinslose Offensivspieler im Probetraining präsentiert. Beide hinterließen offenbar einen ordentlichen Eindruck, doch eine Verpflichtung steht keineswegs fest. Unger formuliert es vorsichtig: „Wir müssen auch auf unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten schauen, aber Stand jetzt ist es nicht so, dass wir bei einem von beiden zugreifen werden.“
Diese Aussage zeigt: Der HFC wird nicht überstürzt handeln. Der Kader ist grundsätzlich gut aufgestellt, wie Unger betont. Man will keine finanziellen Risiken eingehen und nur dann zuschlagen, wenn es sportlich und wirtschaftlich Sinn ergibt.
Heimauftakt gegen Erfurt wird richtungsweisend
Am Sonntag steht für den Halleschen FC das erste Heimspiel der Saison an. Dann kommt mit dem formstarken Erfurt eine Mannschaft, die für hohe Belastung sorgen dürfte. Der Druck auf Halle ist groß, das weiß auch Unger. „Die Erwartungshaltung ist groß, aber es war von vornherein klar, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen werden. Und im Fußball blickt man nur nach vorn und am Sonntag machen wir es hoffentlich besser.“
Sollte der Auftakt gegen Erfurt erneut misslingen, droht die Stimmung weiter zu kippen. Bereits im August könnte Unruhe aufkommen. Der HFC muss also liefern, um das Vertrauen der Anhänger zurückzugewinnen.



