Tadej Pogacar hat bei der Tour de France 2026 eine beeindruckende Demonstration seiner Stärke geliefert und die erste Etappe nach Alpe d'Huez gewonnen. Der slowenische Superstar zerstreute damit alle Zweifel an seinem fünften Gesamtsieg, nachdem sein Team am Vortag geschwächelt hatte. Mit einem kraftvollen Antritt zwölf Kilometer vor dem Ziel ließ Pogacar seine Rivalen stehen und feierte seinen fünften Tagessieg der laufenden Tour. Im Ziel hatte er sechs Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Lenny Martinez.
Fünfter Etappensieg und historische Perspektive
Mit diesem Triumph beseitigte Pogacar fast alle Zweifel an seinem historischen fünften Gesamtsieg bei der Frankreich-Rundfahrt. Damit würde er zu den Rekordchampions Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain aufschließen, die ebenfalls fünfmal die Tour gewannen. Der 27-Jährige steht nun bei 26 Etappensiegen in seiner Karriere. Pogacar hatte vor dem Start gesagt: „Es gibt zwei Chancen, da zu gewinnen, also will ich es probieren.“ 2022 war er beim Sieg des Briten Thomas Pidcock Fünfter geworden.
Gesamtwertung: Fast uneinholbar
In der Gesamtwertung führt Pogacar vor der zweiten und noch schwereren Alpe-d'Huez-Etappe am Samstag mit 7:11 Minuten vor Remco Evenepoel. Der belgische Kapitän des deutschen Red-Bull-Teams wurde Tagessechster und nahm den weiteren Rivalen Zeit ab, doch im Kampf um das Gelbe Trikot scheint ein Sieg Pogacars ohne Unfall unvermeidlich. Gesamtdritter ist Pogacars mexikanischer Teamkollege Isaac del Toro (+9:42), gefolgt von Frankreichs Supertalent Paul Seixas (+10:06). Den Franzosen droht die nach 1926 und 1999 erst dritte Tour ohne Etappensieg.
Chaotische Kulisse und Sicherheitsbedenken
Vor einer sagenhaften Kulisse von etwa einer halben Million Menschen an den 21 Kehren von Alpe d'Huez herrschte Ausnahmezustand. Die Behörden hatten die Straße bereits 24 Stunden vor dem Rennen für Autos gesperrt, Hunderttausende feierten die Nacht hindurch eine riesige Party. Evenepoel sagte vor seiner Alpe-d'Huez-Premiere: „Es macht mir auch etwas Angst. Mal sehen, wie extrem es wird.“ Pogacar erinnerte sich mit Gruseln an die Berichte seiner Verlobten Urska aus dem Jahr 2022: „Ich bin froh, dass Urska die Steigung nicht wie damals hochfahren wird. Das war sie total verdreckt, weil so viele Leute sie angefasst und geschüttelt hatten.“
Pogacars Team zeigt Stärke
Pogacars UAE-Team, das in den vergangenen Tagen mit einem grassierenden Virus zu kämpfen hatte, zeigte auf dem Weg zum Schlussanstieg kaum Schwäche. Auch der deutsche Fahrer Nils Politt sorgte dafür, dass der Kapitän planmäßig am Fuße des Anstiegs abgeliefert wurde. Die ersten 114 von 128 Kilometern der Etappe waren wenig selektiv, sodass 14 Ausreißer mit dreieinhalb Minuten Vorsprung in den Schlussanstieg gingen – dann begann die große Show von Pogacar.



