Südtirol erlässt Notfalldekret: Wasserverbrauch eingeschränkt
Südtirol: Wasserverbrauch eingeschränkt wegen Hitze

In Südtirol herrscht extreme Trockenheit. Die Landesregierung hat ein Notfalldekret erlassen, das den Wasserverbrauch deutlich einschränkt. Urlauber und Einheimische sind aufgerufen, sparsam mit Wasser umzugehen. Landeshauptmann Arno Kompatscher unterzeichnete das Dekret auf Empfehlung des Wassernotstandskomitees, um die Trinkwasserversorgung in den kommenden Wochen sicherzustellen.

Wassersparmaßnahmen im Detail

Die Bewässerung von Grünflächen ist zwischen 8 und 19 Uhr verboten. Außerhalb dieser Zeiten darf nur alle drei Tage und nur im unbedingt notwendigen Ausmaß gegossen werden. Die Oberkronenberegnung ist zwischen 6 und 21 Uhr untersagt. Straßen und Plätze dürfen nicht mehr mit Wasser gereinigt werden, auch Autowaschen ist verboten. Betreiber öffentlicher Trinkwasserleitungen sollen Großverbraucher auf die Notwendigkeit von Wassereinsparungen hinweisen.

Staubecken und Stromproduktion angepasst

Betreiber der strategisch bedeutenden Staubecken in Vernagt, Reschen, Zoggler und Zufritt werden in die Pflicht genommen. Durch eine angepasste Stromproduktion sollen starke Schwankungen des Wasserabflusses in der Etsch reduziert werden. Kompatscher erklärte: „Die aktuelle Situation verlangt von uns allen Verantwortung und Weitblick. Wasser ist eine begrenzte Ressource, auf die Natur, Bevölkerung, Landwirtschaft und Wirtschaft gleichermaßen angewiesen sind.“

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Kritischer Wasserstand der Etsch

Auslöser für das Dekret sind aktuelle Messdaten aus dem Einzugsgebiet der Etsch. Der Durchfluss des Flusses im Unterlauf ist unter den kritischen Richtwert von 80 Kubikmetern pro Sekunde gefallen. Dadurch steigt das Risiko, dass Salzwasser aus der Adria flussaufwärts eindringt und die Trinkwasserressourcen gefährdet. Verantwortlich sind anhaltend hohe Temperaturen, ein schneearmer Winter und lange Trockenperioden.

Klimawandel verschärft Lage

Während die Alpen früher mit Schneereserven Flüsse und Seen über Monate speisten, bleiben Niederschläge heute häufiger aus oder schmelzen wegen steigender Temperaturen innerhalb kurzer Zeit. Experten fordern einen raschen Ausbau der Wasserinfrastruktur. Wissenschaftler sehen die Entwicklung durch den menschengemachten Klimawandel verschärft.

Bistum Pavia ruft zu Gebeten auf

Angesichts der anhaltenden Dürre hat das Bistum der norditalienischen Stadt Pavia die Gläubigen zu Gebeten um Regen aufgerufen. Den Priestern wurde eine Fürbitte vorgeschlagen, die in die Gottesdienste an Sonn- und Werktagen aufgenommen werden kann. Darin wird um „wohltuenden Regen“ gebetet, damit auf die Aussaat eine reiche Ernte folge. Die Diözese erinnerte an ein Gebet von Papst Paul VI. aus dem Jahr 1976, in dem Gott gebeten wird, Regen auf das ausgetrocknete Land herabzusenden.

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