Der Flughafen München plant gemeinsam mit der Lufthansa einen milliardenschweren Anbau am bestehenden Satelliten des Terminal 2. Das als „T-Stiel“ bezeichnete Bauwerk soll bis 2035 fertiggestellt werden und die Kapazität des Drehkreuzes um zehn Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen. Die Kosten werden auf rund zwei Milliarden Euro veranschlagt.
Details zum Bauprojekt
Flughafenchef Jost Lammers und Lufthansa-Manager Heiko Reitz stellten das Projekt am Mittwoch bei einem Pressegespräch am Flughafen München vor. Laut Lammers befinde man sich in der konkreten Planungsphase. Der Anbau entsteht direkt am Satellitenbau des Terminal 2, der bereits über eine fahrerlose U-Bahn mit dem Hauptterminal verbunden ist. Der Neubau ist vor allem für Umsteiger von Langstreckenflügen konzipiert und wird über keine eigene Zufahrt verfügen – Passagiere erreichen ihn ausschließlich über den Satelliten.
Kapazität und Ausstattung
Das „T-Stiel“-Gebäude wird künftig Platz für zwölf Großraumflugzeuge oder 22 kleinere Maschinen bieten. Neben zusätzlichen Gates sind neue Gastronomie- und Loungebereiche geplant. Lufthansa-Manager Reitz betonte: „Das bietet nicht nur mehr Komfort für die Passagiere, sondern verkürzt auch die Umsteigezeiten im Langstreckenverkehr.“ Er verwies auf das ungebrochene Wachstum des weltweiten Luftverkehrs, von dem der Standort München stark profitieren könne: „Wir schaffen hier ein Stück Zukunft.“
Arbeitsplätze und Partnerschaft
Flughafenchef Lammers kündigte an, den Flughafen München als Premium-Umsteigedrehkreuz weiterzuentwickeln: „Die Partnerschaft mit Lufthansa ist dabei unser zentraler Erfolgsfaktor.“ Durch das Projekt entstünden 8000 bis 9000 neue Arbeitsplätze, so Lammers – die reinen Bauarbeiten noch nicht eingerechnet. Seit der Inbetriebnahme des Terminal 2 im Jahr 2003 führen Lufthansa und der Flughafen München ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture), das sowohl den Satelliten-Neubau als auch den künftigen Anbau verantwortet.
Hintergrund und Perspektive
Das Projekt folgt auf die Erweiterung des Terminal 1 („Pier 1“), die 665 Millionen Euro kostete und eine Kapazität für sechs Millionen Passagiere schuf. Langfristige Prognosen sähen weltweit steigende Passagierzahlen im Flugverkehr voraus, erklärte Lammers. Der „T-Stiel“ soll dazu beitragen, München als internationales Drehkreuz zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern.



