Nachtfahrverbot für Mähroboter im Kreis Kassel zum Igelschutz
Nachtfahrverbot für Mähroboter im Kreis Kassel

Der Landkreis Kassel hat ein Nachtfahrverbot für Mähroboter verhängt, um Igel und andere Wildtiere zu schützen. Ab sofort dürfen die Geräte in der Zeit von einer halben Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang des folgenden Tages nicht mehr betrieben werden. Der Kreis begründet den Schritt mit zunehmenden Verletzungen und Tötungen von Igeln, Kröten und anderen Kleintieren durch die rotierenden Klingen der Mähroboter.

Hintergrund: Immer mehr verletzte Igel

„Immer mehr Igel, aber auch andere kleine Wirbeltiere wie Kröten werden durch Mähroboter verletzt oder getötet“, teilte der Landkreis mit. Die Meldungen von Igelnothilfen und Naturschutzverbänden seien „erschreckend und in letzter Zeit immer häufiger“, obwohl es mittlerweile intelligente Geräte gebe, sagte Umweltdezernent Thomas Ackermann. „Um einen Flickenteppich einzelner kommunaler Satzungen zu vermeiden, schien uns die konkrete Bündelung auf Landkreisebene sinnvoll.“

Kreis Gießen war Vorreiter

Bereits seit Anfang Mai 2026 gilt im Kreis Gießen ein ähnliches Nachtfahrverbot. Es war das erste Mal, dass ein hessischer Landkreis eine solche Regelung aus Naturschutzgründen erließ. Die rotierenden Klingen der Mähroboter stellen eine Gefahr für dämmerungsaktive Tiere dar, die nachts im Garten auf Nahrungssuche sind – darunter Igel, Molche, Kröten und Salamander.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Igelbestände gehen zurück

Die Bestände des Igels sind rückläufig. Seit Oktober 2024 wird der westeuropäische Igel auf der internationalen Roten Liste als „potenziell gefährdet“ geführt. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung belegte, dass Mähroboter ein ernstes Problem für den Tier- und Artenschutz darstellen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration