Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat ein weitreichendes ziviles Atomabkommen mit Saudi-Arabien genehmigt. Der Vertrag, der auf 30 Jahre angelegt ist, soll US-Unternehmen Milliardenaufträge sichern und den Aufbau einer saudischen Atominfrastruktur ermöglichen. Das Abkommen wurde von US-Energieminister Chris Wright und seinem saudischen Amtskollegen Prinz Abdulasis bin Salman in Washington unterzeichnet, wie das US-Energieministerium mitteilte.
Ziviler Atomdeal mit strategischer Bedeutung
Die Vereinbarung soll Saudi-Arabien, einem langjährigen Rivalen des Iran, beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms helfen. Laut dem „Wall Street Journal“, das sich auf Regierungsvertreter beruft, könnte der Deal auch den Weg für die Urananreicherung auf saudischem Gebiet ebnen. Eine zentrale Klausel sieht vor, dass US-Unternehmen eine Urananreicherungsanlage in Saudi-Arabien bauen dürfen, sofern eine gemeinsame amerikanisch-saudische Studie dies als gerechtfertigt erachtet. Die Trump-Regierung erhofft sich davon Aufträge in Milliardenhöhe für die US-Atomindustrie.
Bedenken im US-Kongress und Kompromisse Trumps
Das Abkommen, das dem US-Kongress in den kommenden Tagen zur Prüfung vorgelegt wird, dürfte auf Widerstand stoßen. Viele Abgeordnete lehnen eine Ausweitung atomarer Technologie im politisch instabilen Nahen Osten ab. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, Trump habe Kompromisse gemacht, um die Vereinbarung zu erreichen. So stimmte er Bedingungen zu, die internationale Inspektoren möglicherweise daran hindern könnten, Zugang zu bestimmten Standorten zu bekommen, an denen der Verdacht auf Abzweigung von Kernbrennstoff für Waffenprogramme besteht.
Hintergrund: Normalisierung mit Israel und regionale Spannungen
Die USA hatten zuvor mit Saudi-Arabien über eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen mit Israel verhandelt. Im Gegenzug waren Unterstützung für Riad beim Atomprogramm und ein Sicherheitsabkommen im Gespräch. Diese Verhandlungen wurden nach Beginn des Gaza-Kriegs Ende 2023 ausgesetzt. Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman bekräftigte jedoch weiterhin ein „großes Interesse“ an einem solchen Deal. Bereits 2018 hatte er in einem CBS-Interview gesagt, dass Riad „so schnell wie möglich“ Atomwaffen anstreben würde, falls der Iran dies tue. Saudi-Arabien und der Iran ringen seit langem um die Vorherrschaft in der Region; trotz einer Annäherung unter chinesischer Vermittlung im Jahr 2023 bleibt das Misstrauen groß. Saudi-Arabien wurde zuletzt im Iran-Krieg immer wieder vom Iran attackiert, und die jemenitischen Huthi-Rebellen haben einen Flughafen in Saudi-Arabien angegriffen sowie eine Seeblockade verhängt. Saudi-Arabien verfügt noch über kein Atomkraftwerk.



