Die russische Führung sieht derzeit keine unmittelbaren Aussichten auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit der Ukraine. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte am Donnerstag in Moskau, dass man die Bemühungen der Türkei hinsichtlich „einer Wende hin zu einer friedlichen Lösung im Zusammenhang mit der Ukraine“ durchaus zu schätzen wisse.
Peskow: Keine Anzeichen für Verhandlungen
„Wir sind der türkischen Seite dafür dankbar“, betonte er und ergänzte: „Derzeit gibt es jedoch keine unmittelbaren Aussichten auf eine Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses. Wir sehen jedenfalls keine Anzeichen dafür. Dennoch bleibt die russische Seite diesem Weg sicherlich weiterhin offen.“ Auch die aktuell stattfindende Regierungsumbildung in der Ukraine unter Präsident Wolodymyr Selenskyj würde aus russischer Sicht nichts daran ändern, sagte Peskow. Die sei auch weiterhin der Fall, „solange Kyjiw nicht bereit ist, Entscheidungen zu treffen, die zu einer Friedenslösung führen“.
Frontlinien weitgehend unverändert
Fast viereinhalb Jahre nach Kriegsbeginn sind die Frontlinien in jüngster Zeit weitgehend unverändert. Russland und die Ukraine greifen sich stetig gegenseitig an und nehmen jüngst vermehrt strategisch wichtige Städte, Energieinfrastrukturen oder gar Schiffe auf See ins Visier. Im Jahr 2025 fanden in Istanbul drei kurze Verhandlungsrunden mit Vertretern beider Parteien statt, gefolgt von zwei Runden in Abu Dhabi und einer in Genf zu Beginn dieses Jahres. Bei letzterer Verhandlungsrunde vermittelten die USA. Da Washington derzeit jedoch vornehmlich mit dem Krieg gegen den Iran beschäftigt ist, wurden weitere Verhandlungen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs im Februar zunächst auf Eis gelegt.
Ukraine fordert Waffenstillstand
Die Ukraine fordert seit Langem einen Waffenstillstand, den Russland jedoch konsequent ablehnt. Moskau betont derweil, es wolle eine dauerhafte Einigung – eine Waffenruhe, die der Ukraine nach Ansicht des Kremls nur eine Atempause verschaffen würde, käme demnach nicht infrage. (Reuters, Tsp)



