US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit massiven Angriffen auf die zivile Infrastruktur gedroht. In einem Interview mit Fox News sagte Trump, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“. Er kündigte heftige Angriffe für die kommenden Nächte an. Die Kämpfe würden fortgesetzt, „bis ich sage, dass es genug ist“. Bereits im April hatte Trump dem Iran mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden gedroht, um Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus zu bewegen.
Blockade iranischer Häfen wieder in Kraft
Das US-Militär hat die Blockade gegen iranische Häfen in der Straße von Hormus wieder in Kraft gesetzt. Das Regionalkommando für den Nahen Osten teilte auf X mit, dass die Blockade um 22 Uhr MESZ begann. Derzeit seien mehr als 20 Kriegsschiffe der US-Marine und Hunderte von Militärflugzeugen im gesamten Nahen Osten im Einsatz. Die USA hatten die Blockade Mitte April verhängt und Mitte Juni nach der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens aufgehoben. Das Abkommen sah eine 60-tägige Frist für Verhandlungen über das iranische Atomprogramm vor, doch die Gespräche sind ins Stocken geraten. Trump kündigte am Montag die Wiederaufnahme der Blockade an.
Iran droht mit Öl- und Gas-Blockade
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) drohen mit einer Blockade aller Energieexporte aus der Region. Solange die „bösartigen Handlungen“ der USA andauerten, werde „kein einziger Tropfen Öl und Gas“ exportiert, melden iranische Staatsmedien. Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi betonte, die Hoheit über die Straße von Hormus sei Teil der nationalen Sicherheit. Der Iran werde die Souveränität darüber um jeden Preis ausüben. Der Iran habe keine Verpflichtungen aus der mit den USA unterzeichneten Islamabad-Absichtserklärung.
Neue US-Angriffe auf Iran
US-Kreisen zufolge hat das US-Militär auch am Dienstag seine Angriffe auf den Iran fortgesetzt. Dabei seien militärische Ziele ins Visier genommen worden, „um aufkommende Bedrohungen zu beseitigen“, teilte ein US-Beamter der Deutschen Presse-Agentur mit. ABC News berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten, dass US-Streitkräfte derzeit Luftangriffe im Iran durchführten, die bereits seit einigen Stunden andauerten. Iranische Medien meldeten Explosionen an der Südküste, unter anderem auf der Insel Kisch und in der Hafenstadt Buschehr.
Kuwait und Bahrain erneut unter Beschuss
Kuwait meldete in der Nacht erneute Angriffe aus dem Iran. Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden, teilte die Armee mit. Auch in Bahrain heulten die Alarmsirenen, die Bevölkerung wurde aufgerufen, Schutz zu suchen. Kuwait meldete zudem vier verletzte Soldaten bei einem Angriff auf ein Marineschiff. Das Militär machte den Iran verantwortlich. Die Streitkräfte hätten eine ballistische Rakete, fünf Marschflugkörper und 33 Drohnen abgefangen. Die Angriffe hätten sich gegen zivile und strategisch wichtige Einrichtungen gerichtet.
Trump rückt von Hormus-Gebühr ab
US-Präsident Donald Trump ist von seiner angekündigten 20-Prozent-Gebühr für Schiffspassagen durch die Straße von Hormus abgerückt. Nach „sehr produktiven Gesprächen“ mit Führungsspitzen im Nahen Osten habe er beschlossen, die Abgabe durch Handels- und Investitionsabkommen mit den Golfstaaten zu ersetzen, teilte er auf Truth Social mit. Mit den Einnahmen sollten die US-Kosten für die Sicherheit in der Meerenge gedeckt werden.
Indien protestiert nach Tod eines Seemanns
Indien hat nach der Tötung eines indischen Seemanns in der Straße von Hormus scharf bei der iranischen Regierung protestiert. Das Außenministerium bestellte den stellvertretenden iranischen Botschafter ein. Das Opfer gehörte zu den 46 Besatzungsmitgliedern zweier Schiffe, die angegriffen wurden. Zehn weitere Inder wurden verletzt, zwei davon schwer. Indien zeigte sich „zutiefst besorgt“ und forderte ein Ende der Angriffe auf die Handelsschifffahrt.
Deutsche Reeder warnen vor Folgen
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) warnte vor den Folgen der neuen Blockade und der Gebührenpläne. VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger sagte der „WirtschaftsWoche“, die erneute Eskalation sei äußerst besorgniserregend. „Nach den Hoffnungen auf eine schrittweise Normalisierung erleben wir nun einen deutlichen Rückschlag.“ Betroffen seien rund 20 Schiffe in deutschem Eigentum oder unter deutschem Management mit etwa 400 Seeleuten. In Trumps Vorstoß sieht der VDR einen Verstoß gegen das Seerecht: „Kein einzelner Staat sollte den freien Zugang zu einer internationalen Wasserstraße einseitig von Gebühren abhängig machen.“
Israelische Siedlungen im Westjordanland gebilligt
Das israelische Sicherheitskabinett billigte ein Budget von 1,3 Milliarden Schekel (379 Millionen Euro) für den Bau von 34 neuen Siedlungen im besetzten Westjordanland. Weitere 1,1 Milliarden Schekel sind für den Bau von Straßen vorgesehen, teilte Finanzminister Bezalel Smotrich mit. Damit werde die Sicherheit Israels gestärkt und die Aussicht auf die „Errichtung eines Terrorstaates im Herzen des Landes“ zunichtegemacht. Die meisten Staaten und die UN betrachten die israelischen Siedlungen als illegal.



