US-Präsident Donald Trump hat das Waffenruheabkommen mit dem Iran aufgekündigt und damit eine neue Eskalation des Konflikts eingeleitet. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer angespannten Lage im Nahen Osten, die sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich verschlechtert hat. Eine Analyse von Susanne Koelbl zeigt, dass der Krieg zwischen beiden Ländern faktisch nie aufgehört hat – er wurde lediglich mit anderen Mitteln fortgesetzt.
Hintergrund der Eskalation
Die Entscheidung Trumps kommt nicht überraschend, sondern ist das Ergebnis einer gezielten Strategie. Bereits seit Monaten hatten Hardliner in Washington auf eine härtere Gangart gegenüber Teheran gedrängt. Das Abkommen, das unter Vermittlung internationaler Partner zustande gekommen war, hatte zuletzt immer mehr Risse bekommen. Iranische Unterhändler, darunter Abbas Aragchi, der bei den Verhandlungen im Juni im Hotel Bürgenstock in Luzern eine Schlüsselrolle spielte, hatten wiederholt auf die Verletzlichkeit des Abkommens hingewiesen. „Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass solche Abkommen nur so lange halten, wie beide Seiten einen Nutzen daraus ziehen“, sagte ein Diplomat, der nicht namentlich genannt werden wollte.
Die Rolle der Waffenruhe
Die Waffenruhe, die eigentlich eine Deeskalation bringen sollte, wurde von beiden Seiten immer wieder gebrochen. Nach Angaben von Militärexperten gab es allein in den letzten sechs Monaten über 200 Zwischenfälle, bei denen die Vereinbarung verletzt wurde. Trump argumentiert nun, dass das Abkommen ohnehin nicht mehr haltbar sei und die USA ihre Sicherheitsinteressen nicht länger gefährden könnten. „Der Iran hat das Abkommen von Anfang an nicht ernst genommen“, erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses. „Präsident Trump handelt jetzt, um Amerikas Sicherheit zu gewährleisten.“
Auswirkungen auf die Region
Die Aufkündigung des Abkommens könnte weitreichende Folgen haben. Experten befürchten eine neue Welle der Gewalt im Nahen Osten. Insbesondere die libanesische Hisbollah und die jemenitischen Huthi-Rebellen, die beide vom Iran unterstützt werden, könnten ihre Angriffe auf israelische und saudische Ziele verstärken. Auch die Ölpreise reagierten bereits mit einem Anstieg von rund fünf Prozent auf die Nachricht. Analysten warnen vor einer erneuten Destabilisierung der gesamten Region. „Wir stehen am Beginn einer neuen Eskalationsspirale“, sagte ein Nahost-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.
Internationale Reaktionen
Die internationale Gemeinschaft reagierte besorgt auf Trumps Schritt. Die Europäische Union rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf und bot erneut Vermittlungsgespräche an. „Ein Krieg wäre eine Katastrophe für die Region und die ganze Welt“, erklärte EU-Außenbeauftragter Josep Borrell. Auch Russland und China kritisierten die Entscheidung Washingtons. Der Iran selbst kündigte an, seine atomaren Aktivitäten wieder auszuweiten, falls die USA nicht zu einer diplomatischen Lösung zurückkehrten. „Wir haben die roten Linien klar definiert“, sagte ein iranischer Regierungssprecher. „Sollte Washington weiter auf Konfrontation setzen, werden wir angemessen reagieren.“



