Erstmals sind bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern rund 25.000 minderjährige Bürger wahlberechtigt. Die neue Regelung senkt das Wahlalter auf 16 Jahre. Für die jungen Wähler stehen vor allem die Themen Mobilität und Sicherheit im Vordergrund – Faktoren, die maßgeblich darüber entscheiden, ob sie nach der Schulzeit im ländlich geprägten Nordosten bleiben oder abwandern.
Abwanderung prägt den Alltag junger Menschen
Jahrelang haben viele Menschen die ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns verlassen. Die Folgen dieser Abwanderung sind für die Jugendlichen im Land unmittelbar spürbar: schwindende Freizeitangebote, ausgedünnte Nahverkehrsnetze und eine zunehmende Entleerung der Dörfer. „Es ist wichtig, dass es Orte gibt, wo junge Menschen mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund zusammenkommen“, sagt Musiker Pablo Himmelspach. Der 25-Jährige ist Teil des Rap-Duos Hinterlandgang und in Demmin in Vorpommern aufgewachsen – er weiß, was es bedeutet, in einer ländlichen Region zu leben.
Mobilität als Schlüsselthema
Die unzureichende Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel wird von vielen Jugendlichen als größtes Hindernis genannt. Ohne Auto oder zuverlässigen Busverkehr sind Treffen mit Freunden, der Besuch von Sport- oder Kulturveranstaltungen oft kaum möglich. Die Politik sei gefordert, hier Abhilfe zu schaffen, so Himmelspach. Die Landtagswahl bietet den jungen Menschen erstmals die Gelegenheit, ihre Forderungen direkt an der Wahlurne zu artikulieren.
Sicherheit im öffentlichen Raum
Neben der Mobilität spielt auch das Sicherheitsgefühl eine zentrale Rolle. Viele Jugendliche wünschen sich mehr Beleuchtung, sichere Radwege und eine stärkere Präsenz von Ordnungskräften in den Abendstunden. Die Kombination aus eingeschränkter Mobilität und Unsicherheit treibt viele junge Menschen in die Städte oder gar aus dem Bundesland.
Die Wahlbeteiligung der 16- und 17-Jährigen wird mit Spannung erwartet. Sollte sie hoch ausfallen, könnte dies ein Signal an die etablierten Parteien sein, die Anliegen der jungen Generation ernster zu nehmen. Die Entscheidung über die Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns liegt nun auch in den Händen derer, die am längsten von den politischen Weichenstellungen profitieren oder leiden werden.



