In einer Kolumne für den SPIEGEL reflektiert Susanne Beyer über die anhaltende Wahrnehmung deutscher Reisender im Ausland durch die NS-Vergangenheit. Sie argumentiert, dass diese Wahrnehmung nicht nur eine Last, sondern auch eine Chance biete. Deutsche seien nicht gefangen in ihrer Geschichte, sondern könnten aktiv mit ihr umgehen.
Die deutsche Vergangenheit als Reisebegleiter
Beyer beschreibt, dass Deutsche, ob sie nach England oder Frankreich reisen, oft mit der deutschen Geschichte konfrontiert werden. Die NS-Vergangenheit sei im Ausland noch immer präsent und beeinflusse die Art, wie Deutsche gesehen werden. Dies könne zu unbequemen Momenten führen, aber auch zu tiefergehenden Gesprächen und einem besseren Verständnis.
Chancen statt Belastung
Die Kolumnistin betont, dass diese Wahrnehmung auch Chancen biete. Deutsche könnten ihre Geschichte nutzen, um Verantwortung zu übernehmen und Brücken zu bauen. Durch offene Diskussionen und Reflexion könne die Vergangenheit zu einem positiven Teil der deutschen Identität werden, ohne sie zu verdrängen.
Beyer schreibt: „Ob wir nach England oder Frankreich fahren, die deutsche Vergangenheit wartet schon auf uns. Aber sie muss uns nicht gefangen nehmen. Wir können sie als Anlass nehmen, um über Geschichte, Verantwortung und Menschlichkeit zu sprechen.“
Ein Appell zur aktiven Auseinandersetzung
Die Kolumne endet mit einem Appell: Deutsche sollten sich der Geschichte stellen und sie nicht als Makel, sondern als Teil ihrer Identität betrachten. Nur so könne man aus der Vergangenheit lernen und eine bessere Zukunft gestalten. Beyer ermutigt dazu, die Konfrontation mit der NS-Vergangenheit im Ausland nicht zu scheuen, sondern als Möglichkeit zur Weiterentwicklung zu sehen.



