Die britische Menschenrechtsorganisation FairSquare hat gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino eine offizielle Beschwerde beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingereicht. Der Vorwurf: Infantino soll mehrfach gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität verstoßen haben. Laut FairSquare gebe es insgesamt fünf eindeutige Verstöße, für die es auch „überzeugende Beweise“ gebe.
Konkrete Vorwürfe gegen Infantino
Im Mittelpunkt der Beschwerde steht der WM-Skandal um die aufgehobene Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun. Darüber hinaus soll Infantino US-Präsident Donald Trump seine politische Unterstützung angeboten haben. Auch soll er Werbung für eine Fanseite betrieben haben, die mit der Trump-Regierung zusammenhängen soll. FairSquare wirft Infantino vor, damit gegen den IOC-Ethikkodex verstoßen zu haben, der Unabhängigkeit von kommerziellen und politischen Interessen vorschreibt.
Hintergrund: Infantinos IOC-Mitgliedschaft
Infantino ist seit Januar 2020 IOC-Mitglied und hat damals einen Eid abgelegt, den Ethikkodex einzuhalten. Bei Verstößen kann das IOC ein Mitglied ausschließen. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte bereits in der vergangenen Woche mit Blick auf eine mögliche Beschwerde gegen den Fifa-Boss gesagt, dass man sich dann „natürlich“ damit befassen werde.
Frühere Beschwerde bei der Fifa
FairSquare hatte bereits vor der WM eine ähnliche Beschwerde bei der Ethikkommission der Fifa eingereicht. Diese wurde im weiteren Verlauf auch vom norwegischen Verband und Mitgliedern des Europäischen Parlaments unterstützt.



