Explosionen in Teheran: Flugabwehr im Iran-Krieg aktiviert
Explosionen in Teheran: Flugabwehr im Einsatz

In der iranischen Hauptstadt Teheran sind in der Nacht zum 22. Juli 2026 erneut Explosionen gemeldet worden. Wie ein dpa-Reporter berichtete, waren im Nordosten der Millionenmetropole dumpfe Detonationen zu hören. Die Flugabwehr wurde aktiviert – erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg.

US-Militär setzt Angriffe auf Iran fort

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben eine elfte Angriffswelle gegen Ziele im Iran geflogen. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom machte zunächst keine Angaben zu den Zielen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, die Angriffe zu verstärken. Hintergrund ist der Kampf um die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus.

Die Zahl der verwundeten US-Soldaten liegt nach Angaben eines US-Regierungsvertreters inzwischen bei deutlich mehr als 500. Das Pentagon verzeichnet offiziell 482 Verwundete, doch der Regierungsvertreter erklärte der Nachrichtenagentur AP, das Erfassungssystem habe einen erheblichen Meldeverzug. Dies sei auf die Funktionsweise des Systems zurückzuführen, nicht auf eine absichtliche Verzögerung.

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Dritter getöteter US-Soldat bestätigt

Das US-Militär bestätigte den Tod eines dritten Soldaten nach einem iranischen Angriff auf einen Stützpunkt in Jordanien. Der 28-Jährige aus dem Bundesstaat New York war zur Unterstützung des Kampfes gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in der Region stationiert. Damit steigt die Zahl der getöteten US-Militärangehörigen seit Kriegsbeginn auf 18. Es sind die ersten Todesfälle durch direkte iranische Angriffe seit Beginn des Krieges.

Generalstabschef Dan Caine warnte vor einer Überschätzung der Luftwaffe. „Wenn man die gesamte Geschichte betrachtet, dann hat Luftmacht ihre Grenzen, und dessen müssen wir uns immer bewusst sein“, sagte Caine. „Ich denke, die besondere Stärke Amerikas liegt darin, dass wir das gesamte Spektrum diplomatischer, informationeller und wirtschaftlicher Mittel mit militärischer Macht verbinden. Und in all diesen Bereichen wird derzeit intensiv gearbeitet.“

Iran droht mit Vergeltung bei Angriff auf Atomanlagen

Das oberste Militärkommando des Iran drohte mit Angriffen auf Ziele der USA und ihrer Verbündeten, sollte Washington iranische Atomanlagen attackieren. Dies berichteten staatliche Medien. Die Erklärung des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija folgt auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die USA „sehr bald“ die Region um „Pickaxe Mountain“ angreifen würden – das stark befestigte Tunnelsystem im Berg Kuh-e Kolang.

Trump bekräftigte bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun: „Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht.“ Er drohte mit noch heftigeren Angriffen: „Ehrlich gesagt haben sie bislang nichts gesehen. Wir waren nett.“ Mit Blick auf die Kriegsdauer zeigte er sich unnachgiebig: „Wenn wir morgen gehen würden, hätten wir einen riesigen Erfolg verzeichnet. Aber wir werden morgen nicht weggehen.“

Kosten des Krieges: 37,5 Milliarden Dollar

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gab vor dem Haushaltsausschuss des Senats bekannt, dass der Krieg bisher 37,5 Milliarden Dollar gekostet habe. Dies sei ein Anstieg um fast acht Milliarden Dollar seit der letzten offiziellen Schätzung. Die Summe umfasst auch die voraussichtlichen Kosten bis zum 30. September. Es war das erste Mal, dass sich Hegseth und Generalstabschef Caine öffentlich den Fragen von Parlamentariern stellten, seit das US-Militär Anfang des Monats seine Einsätze gegen den Iran wieder aufgenommen hatte.

Hegseth betonte, zusätzliche Kriegsmittel seien dringend notwendig.

Huthi-Blockade im Roten Meer

Die jemenitische Huthi-Miliz, verbündet mit dem Iran, hat eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Trump drohte mit einer Reaktion des US-Militärs: „Wenn so etwas passiert, werden wir uns darum kümmern müssen.“ Die Huthis warnten Reedereien per E-Mail, saudiarabische Häfen zu nutzen. Schiffe könnten „an jedem Ort“ angegriffen werden, hieß es in der Mitteilung, die Reuters einsehen konnte.

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Schifffahrtsdaten des Anbieters LSEG zeigten, dass zwei mit saudiarabischem Rohöl beladene Tanker im Roten Meer umgedreht und Kurs auf den Suezkanal genommen hatten. Die Huthi-Miliz gab an, sechs Schiffe zur Umkehr gezwungen zu haben. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Iranische Angriffe auf Nachbarländer

Der Iran setzte seine Angriffe auf Nachbarländer fort. In Kuwait wurden mehrere Strom- und Meerwasserentsalzungsanlagen getroffen. Das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien erklärte, durch die Attacken am Montagabend seien Brände ausgebrochen. Der Wüstenstaat ist auf die Entsalzung angewiesen – rund 90 Prozent des Trinkwassers stammen aus solchen Anlagen, die in den vergangenen Tagen bereits mehrmals getroffen wurden. In Bahrain und Kuwait wurde Luftalarm ausgelöst.

Das jordanische Militär fing fünf iranische Drohnen ab, wie die staatliche Nachrichtenagentur Petra berichtete. Es gab keine Opfer oder Schäden.

Diplomatische Bemühungen

Der iranische Innenminister Eskandar Momeni traf sich in Islamabad mit Pakistans Armeechef Asim Munir und Premierminister Shehbaz Sharif. Über die Gesprächsinhalte wurde nichts bekannt. Trump signalisierte grundsätzliche Gesprächsbereitschaft, sofern Teheran ernsthaftes Interesse zeige: „Solange sie nicht bereit sind, sich auf ernsthafte Weise zu treffen, haben wir keinerlei Interesse daran.“

Die Außenminister der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean forderten ein sofortiges Ende der Gewalt und riefen zu größter Zurückhaltung auf.

Israels Finanzminister Bezalel Smotrich betonte, Israel habe kein Interesse an einer Beteiligung am Konflikt. Die beste Strategie sei die wirtschaftliche Schwächung des Iran.

Syrien stoppt Waffenschmuggel

Syrische Behörden vereitelten einen Waffenschmuggel in den Libanon. 226 Handgranaten wurden in einem Fahrzeug entdeckt. Bereits zuvor waren Waffen, Raketen und Drohnen in einem Öltankwagen sichergestellt worden, die für die libanesische Hisbollah bestimmt waren. Die neue Führung in Damaskus will den iranischen Einfluss zurückdrängen und hat Lieferwege gekappt.

Libanons Präsident Joseph Aoun bat Trump um weitere Unterstützung für die libanesische Armee. Er warnte vor einem neuen Bürgerkrieg: „Die erste Institution, die 1975 zusammenbrach, waren die LAF. Und als Ergebnis erlebten wir das Entstehen vieler örtlicher Milizen.“

Gaza und Israel

Bei einem israelischen Luftangriff in Gaza-Stadt wurden nach Angaben des palästinensischen Zivilschutzes sechs Menschen getötet, darunter vier Kinder. Das israelische Militär äußerte sich nicht direkt zu dem Angriff, berichtete aber von der Tötung eines Terroristen, der am 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen sein soll.

Satellitenbilder zeigen, dass Israel im Gazastreifen einen mehr als 23 Kilometer langen Erdwall errichtet hat. Das israelische Militär bestätigte den Bau einer physischen Barriere, die den von Israel kontrollierten Teil vom Rest des Küstengebiets trennt. Die Barriere verläuft entlang der sogenannten gelben Linie, der Grenze des israelischen Rückzugs im Rahmen der Waffenruhevereinbarung vom Oktober.