Trump rät Iran zur WM-Absage: Sicherheitsbedenken und politische Spannungen
US-Präsident Donald Trump hat der iranischen Fußballnationalmannschaft den Verzicht auf die Teilnahme an der anstehenden Weltmeisterschaft in Nordamerika nahegelegt. In einer Mitteilung auf seiner Onlineplattform Truth Social begründete er diesen Schritt am Donnerstag mit ernsten Sorgen um das »Leben und Sicherheit« der Spieler. Diese Aussage markiert eine deutliche Kehrtwende, nachdem Trump noch vor wenigen Tagen laut FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärt hatte, dass die iranischen Fußballer trotz des anhaltenden Irankriegs in den Vereinigten Staaten »natürlich willkommen« seien.
Widersprüchliche Signale aus Washington
In seiner jüngsten Erklärung wiederholte Trump zwar die Willkommensgeste, fügte jedoch entscheidende Einschränkungen hinzu. »Aber ich glaube wirklich nicht, dass es angemessen ist – wegen ihres eigenen Lebens und ihrer Sicherheit«, schrieb der US-Präsident. Gleichzeitig betonte er in einer späteren Stellungnahme, dass die Weltmeisterschaft für Spieler und Zuschauer absolut sicher sein werde. »Es wird das großartigste und sicherste Sportereignis in der Geschichte der Vereinigten Staaten sein«, versicherte Trump. Der US-Präsident, der als enger »Freund« von FIFA-Chef Infantino gilt, hatte von diesem erst im Dezember den neu geschaffenen FIFA-Friedenspreis erhalten.
Scharfe Reaktion aus Teheran
Der iranische Fußballverband reagierte prompt und deutlich auf Trumps Äußerungen. In einer offiziellen Stellungnahme vom späten Donnerstagabend hieß es: »Wenn irgendjemand ausgeschlossen werden sollte, dann ein Gastgeber, der die Sicherheit der teilnehmenden Mannschaften nicht garantieren kann.« Zudem wies Teheran darauf hin, dass bei der Weltmeisterschaft ausschließlich der Weltfußballverband FIFA das Sagen habe und nicht einzelne Gastgeberländer. Die WM wird ab dem 11. Juni gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgerichtet. Irans drei Gruppenspiele sind für die US-Westküstenmetropolen Los Angeles und Seattle geplant.
Eskalation des politischen Konflikts
Hintergrund der angespannten Situation ist der seit Ende Februar andauernde Irankrieg, den die USA und Israel mit Luftangriffen begonnen hatten. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste iranische Führer Ajatollah Ali Khamenei sowie weitere Mitglieder der politischen Elite getötet. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Vor diesem Hintergrund hat die iranische Regierung bereits einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft ins Spiel gebracht, ohne jedoch eine offizielle Entscheidung zu treffen.
Wachsende Anzeichen für iranischen Verzicht
Mehrere Signale deuten darauf hin, dass Iran tatsächlich auf eine WM-Teilnahme verzichten könnte. Sportminister Ahmad Donjamali erklärte in einem Fernsehinterview mit Blick auf die US-Regierung: »Da diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, haben wir unter allen Umständen keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen.« Ein weiteres Argument lieferte der Fall von sechs iranischen Fußballerinnen und einer Betreuerin, denen nach dem Ausscheiden beim Asien-Cup in Australien Asyl gewährt wurde. Irans Fußball-Verbandspräsident Mehdi Tadsch kommentierte gegenüber der Nachrichtenagentur ISNA: »Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien?«
Die politischen Spannungen zwischen den USA und Iran drohen somit, den sportlichen Wettbewerb der Weltmeisterschaft erheblich zu überschatten. Während Washington Sicherheitsgarantien abgibt, zweifelt Teheran an der Neutralität der Gastgeber. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die iranische Mannschaft tatsächlich in Nordamerika antreten wird oder ob politische Erwägungen den Fußball in den Hintergrund drängen.



