Tuchel enttäuscht über Schiedsrichterleistung bei Englands 1:1 gegen Uruguay
Englands deutscher Nationaltrainer Thomas Tuchel hat nach dem 1:1-Unentschieden der Three Lions gegen Uruguay in Wembley deutliche Kritik an der Leistung des deutschen Schiedsrichters Sven Jablonski geäußert. Der 52-Jährige zeigte sich besonders über zwei umstrittene Szenen im Spiel erzürnt und verweigerte nach dem Abpfiff sogar den Handschlag mit dem Unparteiischen.
„Überhaupt keine gute Leistung“
„Ich habe nicht mit ihm gesprochen, ich will es auch nicht“, sagte Tuchel in der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Es war über das gesamte Spiel überhaupt keine gute Leistung.“ Der Trainer machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über die Schiedsrichterführung, die seiner Meinung nach maßgeblich zum Ausgang der Partie beigetragen habe.
Besonders zwei Situationen standen im Mittelpunkt von Tuchels Kritik:
- Die Elfmeterentscheidung nach VAR-Eingriff in der Nachspielzeit (90.+4), die zum Ausgleichstreffer von Fede Valverde führte
- Ein hartes Foul von Ronald Araujo gegen Phil Foden in der 56. Minute, das ohne Kartenbestrafung blieb, obwohl Foden verletzt ausgewechselt werden musste
Umstrittener Elfmeter und verletzte Spieler
Das zum Strafstoß führende Foul von Ben White, der in der 81. Minute selbst den Führungstreffer für England erzielt hatte, bezeichnete Tuchel als „sehr wenig“. „Natürlich gibt es einen Kontakt, aber es ist so offensichtlich, was der Stürmer versucht“, analysierte der Trainer die umstrittene Szene.
Schiedsrichter Jablonski hatte die Situation zunächst ähnlich bewertet und keinen Elfmeter gegeben. Nach dem Eingriff des Video-Assistenten revidierte er jedoch seine Entscheidung – eine Wendung, die Tuchel sarkastisch kommentierte: „Ich war überrascht, dass der VAR verfügbar ist. Ich dachte, er würde nicht funktionieren, denn die Grätsche gegen Phil Foden wurde nicht einmal überprüft.“
Neben Foden musste auch Noni Madueke das Spiel verletzungsbedingt vorzeitig beenden. Nach einem Zusammenprall mit Uruguays Rodrigo Aguirre in der 38. Minute verließ der englische Spieler benommen das Feld. Für Tuchel ein weiterer Punkt der Kritik: „Und auch die gegen Noni Madueke wurde nicht überprüft. Und dann wird die Szene auf einmal überprüft.“
Weitere umstrittene Entscheidungen
Der englische Trainer erwähnte zudem Diskussionen über einen Spieler, der seiner Meinung nach zwei Gelbe Karten hätte erhalten müssen, ohne des Feldes verwiesen zu werden. „Okay, ein schlechter Tag im Büro“, resümierte Tuchel mit deutlicher Ironie in der Stimme.
Die Verletzungen von Foden und Madueke sowie die umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen trübten die Stimmung im englischen Lager erheblich. Tuchel zeigte sich enttäuscht über den Verlauf des Spiels, das trotz der Führung durch White nicht gewonnen werden konnte.
Die Kritik des deutschen Trainers an seinem Landsmann Jablonski unterstreicht die emotionale Bedeutung des Spiels für die englische Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation. Die Three Lions müssen nun in den kommenden Spielen nachlegen, um ihre Qualifikationsambitionen nicht zu gefährden.



