Bei den Paralympics in Tesero, Italien, hat die ukrainische Langläuferin Oksana Schischkowa scharfe Kritik an der Teilnahme russischer und belarussischer Athleten geäußert. Die 34-Jährige, die bereits fünfmal Gold bei Winter-Paralympics gewann, zeigte sich am Rande der Spiele sichtlich bewegt. Ihr Bruder wurde im Krieg verwundet und musste amputiert werden. „Es ist einfach nicht normal, dass ich jetzt hier mit Russen bin, während in meiner Heimat Freunde und Familie verletzt oder getötet werden“, klagte sie.
Schischkowa, die aus der stark umkämpften Stadt Charkiw stammt und sehbehindert ist, nimmt bereits zum fünften Mal an Paralympics teil. Schon 2022 in Peking hatte sie sich klar gegen Russland positioniert. Ihre Botschaft ist unverändert: „Wir wünschen uns einfach nur Frieden!“ Im Klassik-Sprint am Dienstag startete sie nur 20 Sekunden hinter der späteren russischen Goldmedaillengewinnerin Anastasija Bagiian, verpasste aber das Finale. Später musste sie die Siegerehrung mit russischer Hymne und Fahne mitverfolgen.
Unterstützung erhielten die ukrainischen Athleten von den deutschen Silbermedaillengewinnern Linn Kazmaier und Guide Florian Baumann. Während der Siegerehrung für Bagiian drehten sich die beiden Deutschen demonstrativ zur Seite und behielten ihre Wintermützen auf. Guide Baumann erklärte beim ZDF: „Wir wollten uns mit den Ukrainern solidarisieren. Die Entscheidung des IPC, dass Russland hier unter eigener Flagge und Hymne antreten kann, finde ich nicht richtig.“ Ein abschließendes Siegerselfie verweigerten sie ebenfalls.



