Sven Ulreich kehrt für den FC Bayern gegen Bayer Leverkusen ins Tor zurück
Beim FC Bayern München steht am Samstag gegen Bayer Leverkusen eine besondere Rückkehr an: Sven Ulreich wird erstmals seit dem Jahr 2024 wieder im Tor der Münchner stehen. Für den 37-jährigen Torwart bedeutet dies ein Comeback unter besonderen Umständen, nachdem sowohl Stammkeeper Manuel Neuer als auch dessen Vertreter Jonas Urbig verletzungsbedingt ausfallen.
Kompany schafft positive Atmosphäre trotz Verletzungssorgen
Trainer Vincent Kompany hat seit seinem Amtsantritt im Juli 2024 eine neue, positive Grundstimmung beim Rekordmeister etabliert. Diese Haltung bewährte sich erneut nach dem 6:1-Erfolg im Champions-League-Achtelfinale bei Atalanta Bergamo, als drei Spieler verletzt vom Platz mussten. "Es hätte schlimmer kommen können", kommentierte Kompany gelassen die Situation.
Konkret fehlen neben Ulreichs Konkurrenten im Tor auch:
- Jamal Musiala mit Problemen am operierten Sprunggelenk
- Alphonso Davies mit einer Oberschenkelzerrung
- Jonas Urbig nach einer Gehirnerschütterung
Kompany hofft auf einen vollständigen Kader nach der anstehenden Länderspielpause Anfang April. Bei Manuel Neuer will der Verein nach dessen zweitem Muskelfaserriss kein Risiko eingehen und wartet mit einem Comeback ebenfalls bis in den April.
Ulreich: Der Mister Zuverlässig in schwierigen Zeiten
Sven Ulreich gilt beim FC Bayern als Inbegriff der Zuverlässigkeit und Loyalität. Seit seinem Wechsel vom VfB Stuttgart im Jahr 2015 – unterbrochen nur durch eine Saison beim Hamburger SV – hat sich der gebürtige Schwabe stets als teamorientierter Profi präsentiert. Seine letzten beiden von insgesamt 103 Pflichtspielen für Bayern absolvierte er im September 2024.
Sportvorstand Max Eberl betonte das uneingeschränkte Vertrauen in den erfahrenen Torhüter: "Wir haben keine Sekunde gezuckt, er wird das so gut machen wie die anderen beiden. Sven ist eine große Persönlichkeit, er kennt die Situation."
Persönliche Schicksalsschläge und professionelle Haltung
Die besondere Sympathie für Ulreich speist sich nicht nur aus seiner sportlichen Leistung, sondern auch aus seinem privaten Schicksal. Im Jahr 2025 verstarb sein sechsjähriger Sohn Len nach langer, schwerer Krankheit. Ulreich versucht seither gemeinsam mit seiner Frau Lisa und Tochter Malia, Schritt für Schritt zurück ins Leben zu finden.
Der Verein stand der Familie in dieser schweren Zeit bei, was nach Eberls Worten "verbunden hat". Diese menschliche Dimension macht Ulreichs professionelle Haltung umso bemerkenswerter, obwohl er seit dem Transfer von Jonas Urbig im Januar 2025 nur noch die Nummer drei im Torhütergespann ist.
Volles Vertrauen von Trainer und Mannschaft
Vincent Kompany unterstrich seine positive Einstellung gegenüber Ulreichs Einsatz: "Ulle ist eine stabile Persönlichkeit und ein stabiler Torwart. Wir erhöhen nicht den Druck auf ihn, er steht nicht im Fokus. Ulle hat es im Training immer richtig gemacht, das soll er zeigen, wir haben volles Vertrauen in unsere Jungs."
Als potenzielle Vertreter für Ulreich stehen die Nachwuchskeeper Jannis Bärtl (19) und der erst 16-jährige Leonard Prescott bereit. Doch das Vertrauen der Mannschaft und des Trainerstabs gilt eindeutig dem erfahrenen Ulreich, der in schwierigen Zeiten bereits mehrfach seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt hat.
Die mitreisenden Bayern-Fans werden den treuen Torwart zweifellos feiern, wenn er am Samstag in Leverkusen zwischen den Pfosten steht – eine Rückkehr, die nicht nur sportlich, sondern auch menschlich von großer Bedeutung ist.



