VAR-Wirbel in Köln: Baumgartner im Zentrum der Kontroverse
Christoph Baumgartner war der entscheidende Mann beim 2:1-Sieg von RB Leipzig beim 1. FC Köln, doch nach dem Spiel stand nicht nur sein Doppelpack im Mittelpunkt. Eine umstrittene Handspiel-Szene in der 77. Minute sorgte für erheblichen Wirbel und ließ den VAR erneut in der Kritik stehen.
Die entscheidende Szene
Was genau geschah? Baumgartner rettete einen Abschluss von Kölns Jan Thielmann kurz vor der Linie, als Torhüter Peter Gulacsi bereits geschlagen war. Der Österreicher spielte den Ball dabei zunächst mit dem linken Bein, dann aber deutlich mit dem linken Arm. Schiedsrichter Frank Willenborg überprüfte die Szene minutenlang per Video-Assistent, entschied sich jedoch gegen einen Elfmeter – aus einem überraschenden Grund.
Laut Kölner Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler, der sich die Entscheidung von Willenborg erklären ließ, war Leipzigs Kapitän David Raum bei seinem vorherigen Kopfball „nicht in der Lage gewesen, den Ball kontrolliert zu klären“. Dadurch sei aus Sicht der Schiedsrichter die Abseitsposition von FC-Verteidiger Sebastian Sebulonsen aktiv geworden. Es handelte sich um Millimeter-Entscheidungen, die für Verwirrung sorgten.
Kölner Entrüstung und Leipziger Verständnis
Die Entscheidung stieß beim 1. FC Köln auf wenig Verständnis. „Ich habe gerade das Bild gesehen, ich kann darüber nur lachen, das sind keine Millimeter“, polterte Tom Krauß. Jan Thielmann sprach sogar von einer „Frechheit“, nicht auf Handelfmeter und Rote Karte für Baumgartner zu entscheiden.
Interessanterweise zeigte selbst der Leipziger Matchwinner Verständnis für die Kölner Position. „Ich hätte mich nicht beschweren können, wenn es Handspiel ist und Elfmeter gibt“, sagte Baumgartner. Er könne „den Unmut der Kölner verstehen, weil es unfassbar eng ist“. Das Handspiel an sich sei aber „0,0 Absicht“ gewesen. Der Österreicher verwies auf frühere VAR-Entscheidungen: „Wir haben die letzten Wochen sehr viel Pech gehabt in puncto VAR, dieses Mal wahrscheinlich ein bisschen Glück.“
Nachspiel und sportliche Konsequenzen
Tom Krauß äußerte sich nach dem Spiel zurückhaltend: „Es sei sehr schwer zu begreifen“, meinte er, wollte dann aber „lieber nichts mehr sagen.“ Auch Jan Thielmann, der mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 (51. Minute) für den Kölner Anschlusstreffer gesorgt hatte, wollte das Thema beenden: „Können wir das Thema beenden? Wir müssen weitermachen und schauen, dass wir nächste Woche wieder Punkte sammeln.“
Die Diskussion um den VAR-Entscheid überschattete dabei Baumgartners starke Leistung. Der Österreicher hatte RB Leipzig mit seinen beiden Treffern in der 29. und 56. Minute zweimal in Führung geschossen und damit den Grundstein für den wichtigen Auswärtssieg gelegt. Doch statt über seine Torjägerqualitäten wurde vor allem über die umstrittene Szene in der Schlussphase gesprochen.
Die Bundesliga erlebt damit erneut eine VAR-Kontroverse, die die Diskussion um den Einsatz der Videotechnik im Fußball weiter anheizen dürfte. Während RB Leipzig mit den drei Punkten nach Hause fährt, bleibt beim 1. FC Köln das Gefühl, um einen möglichen Punkt betrogen worden zu sein.



