St. Paulis Torwart vor Karriere-Höhepunkt: Italien-Video feuert Bosnien-Herzegowina an
Er steht vor dem größten Spiel seiner bisherigen Laufbahn. Nikola Vasilj, der 30-jährige Torwart des FC St. Pauli, bestreitet am Dienstagabend (20.45 Uhr, live bei DAZN) in Zenica das entscheidende Play-off-Finale der WM-Qualifikation. Mit der Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina trifft er auf den viermaligen Weltmeister Italien. Vasilj selbst ebnete den Weg ins Finale, als er im dramatischen Elfmeterschießen gegen Wales den entscheidenden Schuss von Williams parierte und damit den 5:3-Erfolg nach Elfmeterschießen sicherstellte.
Emotionale Momente und eine provokative Video-Botschaft
„Volles Herz, wenige Worte. Weiter geht’s!“ – mit diesen emotionalen Worten kommentierte Vasilj auf Instagram den Sieg gegen Wales und blickte bereits auf die Herausforderung gegen Italien. Während die Azzurri als klarer Favorit in die Partie gehen, verfügen die Bosnier mit dem Elfmeter-Spezialisten Vasilj über ein gefährliches Geheimwaffe. Ein im Internet kursierendes Video der italienischen Mannschaft sorgt nun für zusätzliche Motivation auf bosnischer Seite. Darin sind italienische Spieler zu sehen, die das Elfmeterschießen gegen Wales verfolgen und erleichtert auflachen, als sich mit Bosnien-Herzegowina der vermeintlich leichtere Gegner für das Finale durchsetzt.
Nationaltrainer Sergej Barbarez, der ehemalige HSV-Spieler, wird diese provokative Vorlage sicherlich dankend annehmen und seinen Spielern nochmals präsentieren. Die Italiener werden zweifellos alles daran setzen, die Partie in der regulären Spielzeit oder spätestens in der Verlängerung zu entscheiden. Schließlich sind die herausragenden Qualitäten von Vasilj als Elfmeter-Killer auch beim Gegner bestens bekannt. In der aktuellen Bundesliga-Saison parierte der St. Pauli-Keeper bereits sechs von neun Strafstößen – eine beeindruckende Quote von 66,7 Prozent. Kein anderer Torwart der Liga, der mehr als zwei Elfmeter gegen sich hatte, kann eine bessere Erfolgsbilanz vorweisen.
Baby-Power und nervöse Vorfreude
„Allmählich werde ich nervös“, gab Vasilj in einem Vereinsinterview vor den Play-off-Spielen zu Protokoll. Doch dabei dachte er nicht an die WM-Qualifikation, sondern an ein privates Ereignis: In drei Monaten wird der Torwart erstmals Vater. Diese besondere Baby-Power könnte ihm zusätzlichen Antrieb für das wichtige Spiel gegen Italien geben. Allerdings könnte ein Erfolg auch bedeuten, dass er möglicherweise die Geburt seines ersten Kindes verpasst – denn die Weltmeisterschaft fällt genau in diesen Zeitraum.
Die bosnische Mannschaft geht mit einem Mix aus Entschlossenheit und Demut in das entscheidende Duell. Während Italien auf seine große Turniererfahrung vertraut, setzen die Bosnier auf Teamgeist, Kampfbereitschaft und ihren herausragenden Torwart. Das provokative Video der Italiener hat die Motivation zusätzlich angeheizt und könnte sich als psychologischer Fehlschlag für die favorisierten Azzurri erweisen. Für Nikola Vasilj wäre die WM-Qualifikation nicht nur der Karrierehöhepunkt, sondern auch eine besondere Geschichte für sein bald kommendes Kind.



