Fußballverein bangt um 27 Punkte: Spieler führte kriminelles Doppelleben
Verein bangt um Punkte: Spieler mit Doppelleben

Fußballverein bangt um 27 Punkte: Spieler führte kriminelles Doppelleben

In einem kuriosen Nachspiel einer spektakulären Verhaftung bangt ein Münchner Fußballverein fassungslos um gleich 27 Punkte. Grund dafür ist ein Spieler, der mutmaßlich unter falscher Identität lebte und auch auf dem Platz unter falschem Namen auflief. Rein juristisch galt er somit als "nicht einsatzberechtigter Spieler", was nach den Statuten des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) drastische Folgen für den Verein haben kann – selbst wenn dieser im konkreten Fall offenkundig nichts davon wusste.

Spektakuläre Verhaftung und kriminelle Hintergründe

Das Ganze ist ein Nachspiel einer dramatischen Verhaftung im vergangenen Dezember, als Münchner Ermittler den 34-jährigen Spieler festnehmen wollten. Nach Angaben der Polizisten fuhr der Mann mit seinem Auto auf die Beamten zu; diese stoppten ihn, indem sie ihn anschossen. Inzwischen sitzt der gebürtige Münchner wegen vorangegangener Delikte im Gefängnis, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II erläuterte. Zudem laufen aktuell Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Mordes und des bewaffneten Drogenhandels. Dabei kam auch ans Licht, dass der 34-Jährige offenbar unter falscher Identität lebte.

Schock für den Verein und mögliche Konsequenzen

"Erstmal habe ich gedacht, das ist ein Scherz", schildert Vereinsvorstand Giuseppe Scialdone seine erste Reaktion, als ihn das Landeskriminalamt kontaktierte. Auch die Mannschaft sei geschockt gewesen. "Der war recht unauffällig, hat nicht mit Geld um sich geschmissen oder so", erzählt Scialdone. "Er hat gesagt, er habe ein Fitnessstudio mit einem Partner zusammen, das ist alles plausibel gewesen." Doch für den Verein kam es noch härter: Das Kreis-Sportgericht wertete wie in solchen Fällen vorgeschrieben zehn Spiele mit 0:2, weil der Spieler aufgrund seiner falschen Angaben formal nicht einsatzberechtigt war.

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Nachdem dies für die Verantwortlichen nicht zu erkennen gewesen sei, wurde ausdrücklich auf weitere Sanktionen verzichtet, wie aus einer Mail des BFV an die Vereine der Liga hervorgeht. Schließlich gab es den Spielerpass mit dem falschen Namen schon seit mehreren Jahren, als der Verdächtige Ende 2024 zur Spielervereinigung wechselte. Für Haidhausen ist dies trotzdem eine Katastrophe: Aktuell ist die Mannschaft Tabellenführer in der Kreisliga München 3. Ein Abzug von 27 Punkten würde sie auf einen Relegationsplatz katapultieren.

Revisionsverfahren und Ausblick

Der Verein hat deshalb Revision eingelegt, in wenigen Wochen soll das Verbands-Sportgericht sein Urteil sprechen. Die Entscheidung wird nicht nur über die sportliche Zukunft des Vereins entscheiden, sondern auch Fragen zur Überprüfung von Spieleridentitäten in unteren Ligen aufwerfen. Diverse Medien haben bereits über den Fall berichtet, der die Fußballwelt in München in Atem hält.

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