Vinícius triumphiert mit Tor und Tanz - Real-Fan nach Hitlergruß aus Stadion verwiesen
Vinícius trifft und tanzt - Fan fliegt wegen Hitlergruß raus

Real-Star Vinícius antwortet mit Tor und Tanz auf Rassismusvorwürfe

Eine Woche nach dem Rassismus-Eklat im Hinspiel hat Real Madrids Superstar Vinícius Júnior im Rückspiel gegen Benfica Lissabon erneut ein klares Zeichen gesetzt. Der brasilianische Angreifer erzielte den entscheidenden Treffer zum 2:1-Sieg seiner Mannschaft in der Champions League Playoff-Runde und feierte diesen mit einem ausgelassenen Tanz vor den eigenen Fans im Estadio Santiago Bernabéu.

„Das ist ein Sieg für alle gegen Rassismus“

„Vinícius hat das letzte Wort“, titelte die spanische Sportzeitung „Marca“ nach der emotional aufgeladenen Partie. Der Offensivspieler selbst postete in den sozialen Medien: „Der Tanz geht weiter.“ Sein Teamkollege Aurélien Tchouaméni, der zwischenzeitlich den Ausgleich erzielt hatte, betonte nach dem Spiel: „Das ist ein Sieg für alle, die gegen Rassismus einstehen. Es gibt Wichtigeres als Fußball, und das ist ein Sieg für uns alle.“

Madrids Torwart Thibaut Courtois äußerte sich erleichtert über die Reaktion seines Mitspielers: „Ich bin froh, dass Vini tanzt. Denn wenn er tanzt, bedeutet das, dass er ein Tor geschossen hat.“ Der Brasilianer war bereits in zahlreichen Stadien rassistischen Beleidigungen ausgesetzt gewesen, zuletzt im Hinspiel bei Benfica, wo Gegenspieler Gianluca Prestianni ihn laut Vinícius und Kylian Mbappé als „Affen“ beschimpft haben soll.

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Neuer Eklat: Hitlergruß führt zu Stadionverweis

Doch trotz der klaren Botschaft gegen Rassismus – die Madrider Fans zeigten ein Banner mit der Aufschrift „no al racismo“ – kam es erneut zu einem skandalösen Vorfall. Real Madrid verwies ein Vereinsmitglied aus dem Stadion, nachdem dieses in der Fanzone den Hitlergruß gezeigt hatte. Der Vorfall wurde von Fernsehkameras aufgezeichnet und von Sicherheitskräften umgehend geahndet.

Der Klub kündigte ein Verfahren zum Ausschluss des Fans an und verurteilte in einer offiziellen Mitteilung „solche Gesten und Äußerungen, die zu Gewalt und Hass im Sport und in der Gesellschaft aufrufen“. Während des Spiels war Vinícius von den etwa 3.000 mitgereisten Benfica-Anhängern bei jeder Ballberührung ausgebuht worden, konnte am Ende jedoch triumphieren.

Vorgeschichte sorgt für anhaltende Kontroversen

Das Hinspiel vor einer Woche war nach der mutmaßlichen rassistischen Beleidigung lange unterbrochen worden und hatte hitzige Diskussionen ausgelöst. Prestianni bestreitet die Vorwürfe bis heute – in der umstrittenen Szene hatte er sich lediglich das Trikot vor den Mund gezogen. Für das Rückspiel war der 20-jährige Argentinier gesperrt, wenige Stunden vor Anpfiff wies die UEFA einen Einspruch Benficas gegen diese vorläufige Sperre zurück.

Benfica-Trainer José Mourinho, der im Rückspiel ebenfalls gesperrt war, hatte das Verhalten von Vinícius nach dessen Tor im Hinspiel kritisiert. Später äußerte sich auch Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany in einer fast zwölfminütigen Rede zu den Geschehnissen und übte seinerseits Kritik an Mourinho.

Die Ereignisse der vergangenen Woche zeigen, dass Rassismus im Fußball nach wie vor ein drängendes Problem darstellt. Während Spieler wie Vinícius Júnior versuchen, mit sportlichen Leistungen und symbolischen Gesten zu antworten, bleiben die strukturellen Herausforderungen bestehen – wie der jüngste Vorfall mit dem Hitlergruß im eigenen Stadion schmerzlich demonstriert.

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