Wücks taktisches Rätsel vor WM-Qualifikationsauftakt
Vor dem ersten WM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Frauen gegen Slowenien am Dienstag in Dresden hält Bundestrainer Christian Wück seine Personalentscheidungen bewusst im Dunkeln. Das zentrale Rätsel: Wer ersetzt die verletzte Weltklassespielerin Klara Bühl vom FC Bayern München? Und kehrt Stürmerin Lea Schüller von Manchester United direkt in die Startformation zurück?
Bühl-Ausfall schmerzt, aber Wück bleibt optimistisch
„Es tut natürlich sehr weh, dass Klara Bühl jetzt ausfällt. Sie ist ein ganz wichtiger Faktor in unserem Spiel, in unserer Mannschaft“, räumte Wück auf der Pressekonferenz ein. Dennoch betonte der 52-jährige Ex-Profi entschlossen: „Wir haben genug Spielerinnen, die die gleiche Spielweise wie Klara haben, deswegen werden wir uns da nicht groß verändern müssen.“
Wück zeigte sich überzeugt von der vorhandenen Mannschaftstiefe: „Trotzdem glaube ich, dass wir genug Qualität auch morgen auf dem Platz haben werden, um auf dieser Position Gefahr auszustrahlen. Deswegen habe ich vollstes Vertrauen in die, die nachrücken.“ Zu konkreten Alternativen wie der EM-Entdeckung Carlotta Wamser oder Jule Brand, die vom Zentrum nach außen rücken könnte, äußerte sich der Bundestrainer jedoch nicht.
Schüllers Comeback: Training stark, Startelf ungewiss
Besonders spannend ist die Frage nach der Rolle von Lea Schüller. Die 28-jährige Stürmerin, die im Winter vom FC Bayern zu Manchester United wechselte, hatte die Nations-League-Finalduelle gegen Spanien Ende des vergangenen Jahres aus persönlichen Gründen verpasst. Mit beeindruckenden 54 Toren in 82 Länderspielen bleibt sie die torgefährlichste Spielerin im aktuellen Kader.
Wück lobte Schüllers Trainingsleistungen: „Sie ist im Training da, sie macht ihre Tore, sie ist relativ abgeklärt vor dem Tor.“ Doch ob dies für einen Startelf-Einsatz reicht, ließ der Bundestrainer bewusst offen: „Ob es für morgen reicht, das sehen wir dann morgen.“
Keine Experimentierphase in der WM-Qualifikation
Christian Wück machte deutlich, dass er in der wichtigen WM-Qualifikationsphase auf Kontinuität setzen will. „Ich habe ja auch schon gehört, dass man in diesem Jahr viel experimentieren kann. Ich sehe es ein bisschen anders“, erklärte der Chefcoach. Zwar könne es punktuell Veränderungen geben, „aber die Zeit der großen Experimente werden wir in diesem Jahr nicht haben“.
In Dresden könnten immerhin zwei Neulinge ihr Debüt im DFB-Trikot feiern: Larissa Mühlhaus vom SV Werder Bremen und Jella Veit von Eintracht Frankfurt. Doch Wücks Fokus liegt klar auf einem erfolgreichen Start in die WM-Qualifikation, bei dem taktische Stabilität vor personellen Überraschungen stehen soll.
Das Spiel gegen Slowenien in Dresden beginnt am Dienstag um 17.45 Uhr und wird live in der ARD übertragen. Für Christian Wück und sein Team geht es darum, trotz des schmerzhaften Ausfalls von Klara Bühl eine überzeugende Leistung abzuliefern und frühzeitig wichtige Punkte in der WM-Qualifikation zu sammeln.



