Der ehemalige Arsenal-Trainer Arsène Wenger sieht in Jürgen Klopp den idealen Kandidaten für das Amt des Fußball-Bundestrainers, macht jedoch deutlich, dass allein ein Trainerwechsel nicht ausreichen wird, um die deutsche Nationalmannschaft wieder an die Weltspitze zu führen. In der TikTok-Live-Show „Kroos und Kroos: Die WM unter der Lupe“ von Weltmeister Toni Kroos äußerte sich der 76-jährige Franzose am heutigen Montag zu den aktuellen Problemen des DFB-Teams.
Hoffnungsträger Klopp
„Der Name Klopp gibt Deutschland die Hoffnung zurück, wieder aufs höchste Niveau zu kommen“, sagte Wenger. Allerdings schränkte er ein: „Aber ob sich dadurch alles verändert, da bin ich mir nicht sicher. Du hast in Deutschland größere Probleme.“ Der Elsässer spielte damit auf strukturelle und spielerische Defizite an, die über die Trainerfrage hinausgehen.
Fehlender Torjäger als Kernproblem
Wenger sieht nach dem vorzeitigen WM-Aus im Achtelfinale der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko vor allem ein Qualitätsproblem im deutschen Kader. Er macht das Scheitern nicht allein an Bundestrainer Julian Nagelsmann fest. „Ich glaube nicht, dass er große Fehler in diesem Turnier gemacht hat“, betonte Wenger. Stattdessen fehle der Mannschaft ein entscheidender Spielertyp: „Im Moment fehlt Deutschland etwas – man sieht in diesem Turnier, wie wichtig ein richtiger Goalgetter ist.“
Der Franzose verglich die Situation mit England: „Man braucht einen Spieler, der in entscheidenden Momenten trifft, so wie Harry Kane in England. Aber den gibt es derzeit in Deutschland nicht.“ Ohne einen solchen Torjäger sei es schwierig, enge Spiele für sich zu entscheiden.
Trainer und Spieler: Eine Einheit
Wenger brachte die Anforderung an eine erfolgreiche Mannschaft auf eine einfache Formel: „Gute Spieler brauchen einen großartigen Trainer. Und großartige Manager brauchen gute Spieler. Man braucht beides zusammen.“ Damit unterstrich er, dass ein neuer Trainer allein nicht alle Probleme lösen könne, sondern auch die Spielerqualität stimmen müsse.
Die Diskussion um die Nachfolge von Bundestrainer Julian Nagelsmann war zuletzt intensiv geführt worden. Jürgen Klopp, derzeit vereinslos, gilt als einer der prominentesten Kandidaten. Wengers Einschätzung dürfte die Debatte weiter anheizen, auch wenn er selbst Zweifel an einer schnellen Besserung äußerte.



