Alexander Zverev muss in Wimbledon nachsitzen: Das Achtelfinale des besten deutschen Tennisspielers gegen den Tschechen Jiri Lehecka wurde am späten Montagabend wegen der Sperrstunde beim Stand von 6:4, 7:5, 3:3 abgebrochen. Die Partie wird am Dienstag fortgesetzt, wie die Turnierorganisatoren mitteilten.
Souveräne Vorstellung bis zum Abbruch
Bis zum Abbruch zeigte Zverev eine souveräne und selbstbewusste Vorstellung. Der French-Open-Sieger nutzte konsequent seine Chancen und sicherte sich den ersten Satz mit einem Break zum 5:4. Im zweiten Durchgang gelang ihm erneut ein Break zum 6:5, den er mit einem lauten „Yes“ feierte. Nach 97 Minuten führte Zverev mit zwei Sätzen, doch die Zeit war knapp.
Die Sperrstunde in Wimbledon um 23.00 Uhr Ortszeit (24.00 Uhr MESZ) dient dem Lärmschutz der Anwohner und soll sicherstellen, dass Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause kommen. Anders als bei den anderen drei Grand-Slam-Turnieren wird in Wimbledon nicht bis in den frühen Morgen gespielt.
Zverev wehrt alle Breakbälle ab
Zverev war in jedem Durchgang Breakbällen bei eigenem Service ausgesetzt, wehrte jedoch alle ab. „Er weiß schon seit Jahren, dass er hier gutes Tennis spielen kann“, sagte sein Bruder Mischa Zverev vor dem Spiel bei Prime. „Seit ein paar Jahren fühlt er sich besser auf Rasen, er spielt auch anders und er weiß, es ist nur eine Frage der Zeit. Deswegen bin ich entspannt, dieses Jahr wird es so weit.“
Im Falle eines Sieges würde im Viertelfinale am Mittwoch Angstgegner Taylor Fritz auf Zverev warten. Der US-Profi, gegen den der Deutsche siebenmal in Serie verloren hat, gewann sein Achtelfinale 7:6 (7:1), 6:4, 6:4 gegen den Kasachen Alexander Bublik.
Struff strebt Sensation an
Am Dienstag bestreitet zudem Jan-Lennard Struff das bisher größte Grand-Slam-Match seiner Karriere. Der Sauerländer fordert im Viertelfinale den italienischen Weltranglisten-Ersten und Titelverteidiger Jannik Sinner heraus. Die Partie beginnt um 14.00 Uhr und wird auf Prime Video übertragen.
Zverev betrat aufgrund der langen vorherigen Matches erst um 20.41 Uhr Ortszeit den Centre Court. Die Royal Box war zu Beginn beinahe verwaist, die Schweizer Tennis-Ikone Roger Federer saß einsam in Reihe eins. Unter geschlossenem Hallendach zeigte Zverev eine konzentrierte Leistung, doch die verbleibende halbe Stunde nach dem zweiten Satz reichte nicht, um das Match vor 23.00 Uhr zu beenden.
Das Duell wird am Dienstag fortgesetzt, wobei Zverev bei 3:3 im dritten Satz den Aufschlag hat. Die Fortsetzung ist für den frühen Nachmittag geplant, sofern der Zeitplan keine weiteren Verzögerungen vorsieht.



