Der tunesische Fußballverband hat offenbar schnell gehandelt: Nach der enttäuschenden 1:5-Auftaktniederlage gegen Schweden bei der Weltmeisterschaft wurde Nationaltrainer Sabri Lamouchi entlassen. Als Nachfolger soll der Franzose Hervé Renard (57) kommen, der zuletzt die saudische Nationalmannschaft trainierte. Diese Meldung verbreitete das staatliche tunesische Fernsehen unter Berufung auf Verbandspräsident Moez Nasri.
Renard bereits auf dem Weg nach Mexiko
Der geschasste Lamouchi hat das Teamquartier in Mexiko bereits verlassen. Renard wird in Kürze im Mannschaftscamp erwartet und soll die Vorbereitung auf das zweite Gruppenspiel gegen Japan am Sonntag (6 Uhr, MagentaTV) leiten. Die Zeit drängt, denn die Nordafrikaner stehen nach der Auftaktpleite enorm unter Druck.
Kurioser Vergleich mit Game-of-Thrones-Star
Hervé Renard fällt nicht nur durch seine Erfolge auf. Wegen seines Aussehens wird er oft mit dem Schauspieler verglichen, der Jamie Lannister aus der Serie „Game of Thrones“ spielt. Beide haben markante Gesichtszüge, blondes, welliges Haar und eine ritterliche Ausstrahlung. Bereits bei der WM 2018, als Renard Marokko trainierte, schrieb die britische „Sun“: „Der Franzose mit seinem langen blonden Haar und der markanten Kinnpartie sieht dem skrupellosen Ritter aus Game of Thrones zum Verwechseln ähnlich.“ Jamie Lannister ist eine der bekanntesten Figuren der Erfolgsserie und trägt den Spitznamen „Kingslayer“ (Königsmörder).
Erfolge in Afrika
Renard genießt besonders in Afrika einen hervorragenden Ruf. Mit Sambia und der Elfenbeinküste gewann er jeweils den Afrika-Cup. Dreimal wurde er zu Afrikas Trainer des Jahres gekürt. Als Spieler war er nur für Reserve- und Amateurteams aktiv.
Schwierige Aufgabe für Renard
Die neue Aufgabe ist alles andere als leicht. Tunesien kriselte bereits vor der WM. Unter Lamouchi gewann die Mannschaft aus fünf Spielen nur eines – 1:0 gegen Haiti. Die Vorbereitung verlief enttäuschend: Gegen Österreich gab es ein 0:1, und die Generalprobe gegen Belgien endete mit einem deutlichen 0:5. Nun stehen die Nordafrikaner in Gruppe F unter Druck. Es geht gegen Japan und die Niederlande. Die ersten beiden Teams ziehen direkt ins Sechzehntelfinale ein, zudem haben die acht besten Gruppendritten eine Chance auf die nächste Runde.
Übrigens: Es ist nicht das erste Mal, dass Tunesien während einer WM den Trainer wechselt. 1998 musste Henryk Kasperczak nach zwei Niederlagen in der Gruppenphase gehen. Damals half es nichts – Tunesien schied als Gruppenletzter aus.



