WM-Auftakt in Berlin: Stimmung eine 7 von 10
Am Sonntagabend um 19 Uhr startet die deutsche Nationalmannschaft in die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA. Der erste Gegner ist Curaçao. In Berlin verfolgen zahlreiche Fans das Spiel bei Public Viewings, in Kneipen und Spätis. Doch vor dem Anpfiff ist von der Fußballbegeisterung auf den Straßen wenig zu spüren. Kurz nach 18 Uhr herrscht in der Hauptstadt Alltag: In U-Bahnen der Linien U6 und U3 starren die Menschen auf ihre Handys, Trikots oder geschminkte Flaggen sind kaum zu sehen. Stattdessen dominieren Regenschirme und Regenjacken das Bild. Das durchwachsene Wetter scheint die ohnehin gedämpfte WM-Stimmung weiter zu drücken.
Erste Fans am Public Viewing
An der Warschauer Brücke ist es erstaunlich ruhig. Erst vor dem „11 Freunde“-WM-Quartier im Astra Kulturhaus versammeln sich die ersten Fußballfans. Während vor dem Eingang noch Menschen Schlange stehen, dringen aus dem Inneren bereits erste Jubelrufe. Sven Zenker steht im Deutschlandtrikot in der Raucherecke. Er freut sich auf das Spiel und seine Fußballlaune ist seit dem Eröffnungsspiel gut. „Heute ist die Stimmung eine 7/10“, sagt er. Zur Heim-WM 2006 sei die Stimmung besser gewesen. Trotz seiner Kritik an der politischen Situation in den USA überwiegt die Unterstützung für die deutsche Nationalmannschaft. Den Gegner Curaçao sieht er als möglichen Überraschungskandidaten, aber: „Nicht gegen Deutschland“, meint er und tippt auf ein 4:0 für die Nationalelf.
Internationale Fans dabei
Grace Gallagher ist erst seit zwei Wochen in Berlin und besucht das Public Viewing im Astra Kulturhaus, um die deutsche Kultur kennenzulernen. Die gebürtige Irin ist begeisterte Fußballfan und ehemalige Spielerin. „Fußball schafft Community“, sagt sie und tippt auf einen 3:0-Sieg für Deutschland. Während der Nationalhymne singt der Großteil der Besucher im Biergarten mit, andere unterhalten sich weiter. Nach der Hymne gibt es großen Jubel und lautstarke Pfiffe.



