WM-Aus der USA: Belgien beendet nach Balogun-Skandal die Pathos-Party
WM-Aus der USA: Belgien beendet Pathos-Party

Die mit viel Pathos aufgeladene WM-Kampagne der USA ist nach einem Skandal um Stürmer Folarin Balogun im Achtelfinale gegen Belgien geendet. Vor 66.925 Zuschauern im Lumen Field in Seattle verloren die Amerikaner verdient mit 1:4 (1:2) und müssen den Traum vom ersten WM-Titel begraben. Belgien trifft nun am Freitag in Inglewood auf Europameister Spanien.

Balogun-Skandal überschattet das Turnier

Der Fall Balogun hatte die Partie zu einem der größten Fußball-Skandale der WM-Geschichte gemacht. Der Stürmer war im vorherigen Spiel gegen Bosnien-Herzegowina mit Rot vom Platz gestellt worden, doch die FIFA setzte die Sperre auf Bewährung aus – angeblich nach einem Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino. Infantino verfolgte das Spiel von einer Loge aus, wurde aber anders als bei anderen Partien kaum auf den Stadionleinwänden gezeigt.

Die USA nutzten die Gelegenheit, um Balogun frenetisch zu feiern. Schon beim Aufwärmen erhielt der 25-Jährige lauten Applaus. Doch auf dem Rasen war er zunächst kaum zu sehen: In den ersten 25 Minuten hatte er nur zwei Ballkontakte. Belgien führte zu diesem Zeitpunkt bereits durch Charles De Ketelaere (9. Minute), der auf Zuspiel von Nicolas Raskin traf.

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USA gleichen aus, Belgien kontert

Nach einer Trinkpause holte Balogun einen Freistoß in gefährlicher Position heraus. Der von Hans Vanaken abgefälschte Versuch von Malik Tillman (Bayer Leverkusen) landete unhaltbar für Thibaut Courtois im Tor zum 1:1 (31. Minute). Die US-Fans buhten Courtois besonders lautstark aus – „Seattle is loud“ stand auf Transparenten.

Doch die Freude währte nur 61 Sekunden: Erneut war es De Ketelaere, der eine Flanke von Leandro Trossard aus kürzester Distanz einköpfte (33. Minute). Kurz vor der Pause hatte Balogun die Riesenchance zum erneuten Ausgleich, schoss aber aus kurzer Distanz über das Tor. Dabei waren ihm in den bisherigen WM-Spielen drei Treffer gelungen.

USA brechen ein – Belgien souverän

Die USA kamen nie mehr zurück ins Spiel und wirkten fahrig. Das dritte Gegentor fiel nach einem schweren Patzer von Torhüter Matt Freese, der Vanaken einen Schuss ins leere Tor ermöglichte (57. Minute). Damit war der Traum von Kapitän Tim Ream, am 19. Juli in East Rutherford als erster US-Kapitän den Pokal zu heben, geplatzt.

Großen Jubel gab es nur noch, als Sänger Eddie Vedder auf dem Videomonitor eine Bierdose in den Mund kippte und die Hälfte über sein Shirt verschüttete. Sportlich war die Partie längst entschieden. In der Nachspielzeit setzte Romelu Lukaku mit dem 4:1 (90.+3) den Schlusspunkt. Belgien zeigte seine beste Turnierleistung und trifft nun auf Spanien.

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