Ein Tanker, der vor der Küste Omans in der Straße von Hormus unterwegs war, geriet am frühen Dienstagmorgen in Brand, nachdem er von einem Geschoss getroffen worden war, teilte das britische Militär mit. Der Angriff war der jüngste einer Reihe von Angriffen auf Schiffe, die die enge Mündung des Persischen Golfs durchqueren, durch die in Friedenszeiten einst ein Fünftel des gesamten gehandelten Öls und Erdgases floss.
Verdacht gegen den Iran
Der Verdacht fiel sofort auf den Iran, der im Verdacht steht, andere Schiffe auf einer Route nahe der omanischen Küste angegriffen zu haben, obwohl Teheran den Schiffen versichert hatte, dass nur die von ihm vorgegebene Route in dieser Wasserstraße sicher sei. Das Portal „Axios“ berichtete unter Berufung auf zwei US-Beamte, die iranischen Revolutionsgarden hätten mindestens zwei Raketen auf Frachter abgefeuert. Einer der Beamten sagte demnach, zwei Schiffe seien durch den Beschuss stark beschädigt worden. Eine offizielle Reaktion der US-Regierung blieb zunächst aus.
Hintergrund der Spannungen
Die USA sind bestrebt, die Verhandlungen mit dem Iran voranzutreiben, um die Meerenge wieder vollständig zu öffnen, Teherans umstrittenes Atomprogramm zurückzufahren und den am 28. Februar begonnenen Krieg endgültig zu beenden. Frühere Angriffe in der Meerenge haben jedoch Vergeltungsschläge der USA ausgelöst, woraufhin der Iran arabische Golfstaaten angriff – was das Risiko einer Eskalation erhöhte.
Erneute Warnungen des Iran
Das britische Maritime Trade Operations Centre (UKMTO) teilte mit, der Tanker sei in der Meerenge nahe Limah (Oman) getroffen worden. Demnach habe das Projektil die Backbordseite des Schiffes getroffen, als dieses versuchte, die Meerenge in südlicher Richtung zu verlassen und in den Golf von Oman zu fahren. Das gemeinsame Militärkommando des Iran warnte am vergangenen Donnerstag, dass alle Öltanker, die die Meerenge durchqueren, die von ihm genehmigten Routen nutzen müssen.
Außerdem hieß es, dass eine Einmischung der US-Streitkräfte in der Meerenge „eine schnelle und entschlossene Reaktion nach sich ziehen wird“. Der Iran und die Vereinigten Staaten hatten im Rahmen eines Interimsabkommens vereinbart, Schiffen 60 Tage lang die Durchfahrt ohne Gebühren zu gestatten. Teheran bestand jedoch darauf, die Routen der Schiffe kontrollieren zu dürfen und später Gebühren für die Durchfahrt zu erheben.



