Deutschland brutzelt im WM-Sommer unter einer Hitzeglocke. Bei Anstoß der 1:2-Pleite gegen Ecuador am Donnerstagabend um 22 Uhr in NRW sind es noch 30 Grad Celsius. Die Affen im Zoo schlecken Wassereis, erste Gotteshäuser öffnen ihre Pforten als Kühlhaus. Deniz Undav sitzt weiter auf der Bank von Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Wasser-Attacke auf Nagelsmann
Mitten im Interview von Magenta-Reporter Thomas Wagner mit Bundestrainer Julian Nagelsmann geht im Hintergrund der Rasensprenger an. Wagner kommentiert: „Ich hoffe, ihr habt gesehen, wie cool der Bundestrainer war: Hier kam gerade der Wassersprenger. Eine nette Abkühlung.“ Die Szene sorgt für Lacher, doch Nagelsmann bleibt gelassen.
ARD-Expertin Esther Sedlaczek und Bastian Schweinsteiger leiden in New York unter der Hitze. „Es ist so heiß hier, es ist wirklich heiß hier. So 32, 33 Grad“, stöhnt Sedlaczek im Jumbo-Sakko vor Anpfiff im MetLife-Stadion. Schweinsteiger ergänzt: „Hier unten auf dem Rasen fühlt es sich noch mal heißer an.“ Er wirkt ungewohnt hibbelig und phrasenreich. Esther thematisiert vor Millionenpublikum ihre Verlustängste: „Ich bin hier immer kurz davor, meinen Experten zu verlieren.“ Schweini kontert: „Du hast mich an der Leine!“ Esther: „Nee, die habe ich ja L-E-I-D-E-R nicht! Du haust einfach wieder ab.“
Völler und Undav-Diskussion
DFB-Reporter Alex Schlüter bleibt die fleischgewordene Hydration Break. Sportdirektor Rudi Völler stellt die Vorspiel-Frage des Tages: „Wenn der Stürmer Völler so viel getroffen hätte wie Deniz Undav, hätte er es dann verstanden, wenn er doch wieder auf der Bank sitzt?“ Völler lobt die Frage und die Joker-Qualitäten von Undav. Nagelsmann hatte zuvor bei Magenta erklärt: „Denzi ist der Finisher unserer Mannschaft.“
MagentaTV setzt auf ein neues Experten-Duo: Jürgen Klopp im Tandem mit Mats Hummels. Klopp klärt im Gärtner-Sprech über den „wahnsinnig stumpfen Rasen“ auf, Hummels erklärt die komplexen Sechzehntelfinal-Quali-Regeln. Thomas Müller wird per Live-Schalte aus Vancouver zugeschaltet und kritisiert: „Teams wie Argentinien sind abgezockt. Wenn die keine Chance gegen sich bekommen wollen, kriegen sie auch keine. Das fehlt uns noch. Wir spielen immer so in unser Talent rein. Man kann es plakativ als Naivität beschreiben.“
Schweinsteigers Fazit
Nach dem Spiel findet Schweinsteiger zurück zur konzentrierten Kritik: „Wir sind nicht Weltspitze! Wir sind aber auch nicht schlecht. Wir sind da.“ ARD-Kommentator Philipp Sohmer urteilt: „Ecuador weint vor Glück. Deutschland ist tief ernüchtert.“ Die Hitze bleibt das beherrschende Thema – und die Frage, ob Undav im Sechzehntelfinale in der Startelf stehen wird.



