Der brisante WM-Start für den Iran endete mit einem 2:2-Unentschieden gegen Neuseeland. Die Begegnung fand im SoFi Stadium in Los Angeles statt, wo die größte iranische Gemeinde außerhalb des Landes lebt. Besonders kurios: Alle WM-Spiele des Montags und der Nacht zu Dienstag endeten unentschieden.
Politische Spannungen überschatten das Spiel
Die Teilnahme des Iran an der WM stand bis kurz vor Turnierbeginn auf der Kippe. Grund ist der Krieg zwischen dem Iran und dem Gastgeber USA, der Ende Februar begann und erst vor Kurzem mit einem Deal beendet wurde. Die Mannschaft darf die US-Grenze nur für ihre Spiele überqueren, weshalb das Teamquartier kurzfristig nach Mexiko verlegt wurde. Mehr als ein Dutzend iranischer Funktionäre darf nicht in die USA einreisen, und das Ticket-Kontingent für Fans aus dem Iran wurde gestrichen. Trainer Amir Ghalenoei betont: „Wir sind hier, um Fußball zu spielen. Wir sind keine politischen Figuren.“
Spielverlauf: Tore und Emotionen
Bereits in der 7. Minute ging Neuseeland durch Elijah Just in Führung, der eine schöne Kombination über Chris Wood und Sarpreet Singh abschloss. In der 23. Minute traf Mehdi Taremi den Pfosten, ehe Ramin Rezaeian in der 32. Minute zum 1:1 ausglich. Kurz vor der Pause wurde ein Tor von Ali Nemati wegen Abseits aberkannt. In der 55. Minute erzielte Just seinen zweiten Treffer per Lupfer zum 2:1 für Neuseeland. Fast im Gegenzug vergab Saman Ghoddos die Chance zum Ausgleich. In der 64. Minute war es dann Mohammad Mohebi, der per Kopfball zum 2:2 traf. Seinen Treffer feierte er mit einem Pistolero-Jubel, bei dem er Zeigefinger, Mittelfinger und Daumen wie eine Pistole formte und in die Luft schoss.
Heimspiel-Atmosphäre und Proteste
Für den Iran war es eine Art Heimspiel, da in Los Angeles die größte iranische Diaspora lebt. Bei der iranischen Hymne waren vereinzelt Pfiffe zu hören, doch die Spieler sangen diesmal mit. Die Stimmung war gewaltig: Bei jedem Angriff gab es Gekreische, und Iran-Chöre hallten durch das SoFi Stadium. Rund um das Stadion protestierten Exil-Iraner gegen das Regime in Teheran. Die Sicherheitskontrollen waren streng: Selbst schwarze Fahnen neuseeländischer Kinder wurden genau geprüft, um das Einschmuggeln der historischen Iran-Fahne mit Löwe-und-Sonne-Symbol zu verhindern. Dennoch waren im Stadion viele Zuschauer mit dieser Fahne zu sehen, die für viele Exil-Iraner ein Symbol der Heimat und des Widerstands ist. Ein Eilantrag gegen das Verbot war kurz vor dem Spiel vor einem Gericht in Los Angeles gescheitert.
Kurioses: Neuseelands unbekanntester Spieler wird berühmt
Neuseelands Rechtsverteidiger Tim Payne galt als „unbekanntester Spieler der WM“, bis der argentinische Influencer Valen Scarsini eine Kampagne startete, um ihn weltberühmt zu machen. Mit Erfolg: Paynes Instagram-Follower stiegen von 4.700 auf über 5,7 Millionen. Payne kommentierte: „Verrückt, was dieser Aufruf für eine Wirkung hat. Mein Leben hat sich komplett verändert.“



