WM-Trainer Broos lästert über Atlanta-Stadion: „Kein Fußballstadion“
WM-Trainer Broos: Atlanta-Stadion „kein Fußballstadion“

Dieser Trainer schießt schärfer als seine Spieler, aber er trifft nicht wesentlich besser. Südafrikas Nationaltrainer Hugo Broos (74) hat sich eine der modernsten Arenen der Fußball-WM als Gegner ausgesucht. Sein Ziel: das Mercedes-Benz Stadium in Atlanta, das während des Turniers wegen der FIFA und ihrer Sponsoren fantasievoll „Atlanta Stadium“ heißt.

Kritik an der Arena

Nach dem 1:1 seiner Mannschaft gegen Tschechien schimpfte der Belgier über die Arena mit geschlossenem Dach: „Das ist kein Fußballstadion.“ Was ihm fehlt? Atmosphäre. Broos: „Es ist fantastisch, aber nur der Rasen ist Fußball. Der ganze Rest nicht. Es ist eine Halle. Ich fühle die Atmosphäre nicht.“

Das Stadion in Atlanta wurde 2017 eröffnet und fasst knapp 70.000 Zuschauer. Normalerweise ist es die Heimstätte des NFL-Teams Atlanta Falcons. Als Gegenbeispiel nennt der 74-Jährige das legendäre Aztekenstadion in Mexiko-Stadt: „Wenn ich das mit dem Aztekenstadion vergleiche – das ist ein Stadion.“ Eine harte Abrechnung mit einer modernen Arena.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Stimmung oder Spielqualität?

Doch lag die maue Stimmung wirklich am Stadion? Eigentlich gilt oft das Gegenteil: Geschlossene Arenen wirken oft sogar lauter als offene Stadien. Der Grund: Der Schall bleibt im Innenraum und kann nicht nach oben entweichen. Bleibt also die Frage: Lag es wirklich am Dach – oder vielleicht am Spiel? Denn für Begeisterung hat Südafrika bei diesem Turnier bislang eher selten gesorgt. Zum Auftakt gab es ein 0:2 gegen Mexiko, gegen Tschechien reichte es nur dank eines umstrittenen Elfmeters zu einem glücklichen 1:1.

Jetzt braucht das Team im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea unbedingt einen Sieg. Sonst ist die WM für Broos und seine Mannschaft vorbei. Immerhin findet die Partie nicht unter einem Dach statt. Gespielt wird im Estadio BBVA in Monterrey (Guadalupe, Mexiko) – unter freiem Himmel. Für die kommende Woche werden dort Temperaturen von über 30 Grad erwartet.

Vor- und Nachteile moderner Stadien

Ob die Spieler das wirklich besser finden? Für viele Fans und Profis sind die modernen Hallen-Stadien jedenfalls angenehmer als glühende Hitze oder Wolkenbrüche. Auch die Sichtqualität ist oft besser als in breiten offenen Stadien. Das räumt sogar Broos selbst ein. Über die Arena in Atlanta sagte er: „Für die Fans ist es fantastisch, weil sie alles sehen.“ Vielleicht sollten die Fans im dritten Spiel endlich mal ein wenig Fußball-Kunst seiner Mannschaft sehen. Dann klappt es auch mit der Stimmung.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration