Wenn bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko die Hymnen gespielt werden, stehen manche Familien vor einer besonderen Herausforderung: Wem soll man die Daumen drücken? Gleich sieben Brüderpaare sind beim Turnier vertreten. Während Theo und Lucas Hernandez (Frankreich), Deroy und Laros Duarte (Kap Verde) sowie Juninho und Leandro Bacuna (Curaçao) gemeinsam für dieselbe Nation auflaufen, haben sich vier Brüderpaare für unterschiedliche Länder entschieden. Besonders kurios: Einige könnten im weiteren Turnierverlauf sogar direkt aufeinandertreffen.
Die berühmtesten Brüder: Iñaki und Nico Williams
Die bekanntesten Brüder des Turniers sind zweifellos Iñaki (32) und Nico Williams (23). Die beiden spielen seit Jahren gemeinsam für Athletic Bilbao, im Nationalteam trennten sich ihre Wege jedoch. Iñaki läuft für Ghana auf, sein jüngerer Bruder für Spanien. Die Geschichte der Familie ist außergewöhnlich: Die Eltern machten sich einst von Ghana auf den Weg nach Europa. Mutter Maria war damals mit Iñaki schwanger. Heute stehen ihre Söhne bei einer Weltmeisterschaft – allerdings in unterschiedlichen Trikots.
Nico wurde mit Spanien bereits Europameister. Sein Bruder verfolgt die Karriere voller Stolz. „Als älterer Bruder bin ich unglaublich stolz darauf, seine Entwicklung zu sehen“, sagte Iñaki einmal über den neun Jahre jüngeren Flügelstar. Ein mögliches Aufeinandertreffen der beiden im Turnierverlauf wäre ein absolutes Highlight.
Brobbey und Luckassen: Ein Bruder für Ghana, einer für Oranje
Auch Brian Brobbey (24) und sein großer Bruder Derrick Luckassen (30) haben sich für unterschiedliche Nationalteams entschieden. Beide wurden in Amsterdam geboren und haben eine Mutter aus Ghana. Luckassen lief sogar für mehrere niederländische Nachwuchsmannschaften bis zur U21 auf, ehe er sich für Ghana entschied. Brobbey schaffte dagegen den Sprung in die niederländische Nationalmannschaft und steht bei dieser WM im Kader von Oranje. Zuletzt sorgte der Angreifer beim 5:1 gegen Schweden mit einem Doppelpack für Schlagzeilen. Besonders spannend: Im Achtelfinale könnte es sogar zum direkten Bruderduell kommen.
Doué-Brüder: Frankreich gegen Elfenbeinküste
Ein weiteres Bruderpaar sorgt bei dieser WM für Gesprächsstoff: Désiré und Guéla Doué. Beide wurden in Frankreich geboren und gemeinsam bei Stade Rennes ausgebildet. Heute zählen sie zu den spannendsten Brüder-Paaren im Weltfußball. Désiré (21) gilt als eines der größten Talente seiner Generation, gewann bereits zweimal die Champions League mit Paris Saint-Germain und spielt für Frankreich. Sein älterer Bruder Guéla (23) entschied sich dagegen für die Elfenbeinküste. Kurios: Während der Generalprobe zur WM trafen die Brüder sogar aufeinander. Im Testspiel zwischen Frankreich und der Elfenbeinküste schoss Guéla den zwischenzeitlichen Ausgleich gegen seinen Bruder. Die Ivorer gewannen am Ende mit 2:1. Désiré Doué wurde hingegen nicht eingewechselt.
Souttar-Brüder: Schottland und Australien
Auch bei den Souttars ist die Familie geteilt. John (29) und Harry (27) Souttar sind die Söhne eines schottisch-australischen Paares. Beide wuchsen in Schottland auf. Doch während John für Schottland aufläuft, entschied sich Harry für Australien. Dort ist er inzwischen sogar Kapitän und Abwehrchef. Vater Jack Souttar verriet einmal: „Sie unterhalten sich ständig über Spiele. Sie passen immer aufeinander auf.“ Bei dieser Weltmeisterschaft kämpfen die Brüder um denselben Traum – aber für verschiedene Nationen. Während John für die Glasgow Rangers spielt, steht Bruder Harry bei Leicester City unter Vertrag.



