VfL Wolfsburg in der Krise: Schweigen der Führung, Trainer Bauer kämpft um seinen Job
Beim abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg herrscht nach der nächsten enttäuschenden Niederlage in der Fußball-Bundesliga eine angespannte Atmosphäre. Während sich die Verantwortlichen des Vereins nach dem 0:4 beim VfB Stuttgart in Schweigen hüllen, zeigt sich Trainer Daniel Bauer weiterhin kämpferisch und betont seine Bereitschaft, den schwierigen Weg zu gehen.
Bauer stellt sich der Verantwortung
„Ich bin total willens und auch total bereit, diesen Weg zu gehen. Ich bin der Letzte, der sich wegducken wird“, erklärte der 43-jährige Trainer nach der deutlichen Niederlage in Stuttgart. Bauer machte deutlich, dass er sich seiner Verantwortung voll bewusst ist und sich dieser gerne stellt. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die letztendliche Entscheidung über seine Zukunft nicht in seiner Hand liegt: „Am Ende des Tages liegt es eben nicht in meiner Entscheidungsgewalt.“
Führungsetage schweigt, Gerhardt spricht Klartext
Interessant ist das Verhalten der Wolfsburger Führungsetage nach dem Spiel. Weder Geschäftsführer Peter Christiansen noch Sportdirektor Pirmin Schwegler bezogen öffentlich Stellung zur Situation des Vereins und zur Zukunft des Trainers. Lediglich Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph hatte vor dem Spiel dem unter Druck stehenden Bauer noch sein Vertrauen ausgesprochen.
Aus dem Spielerkreis meldete sich nur Mittelfeldprofi Yannick Gerhardt zu Wort. Der erfahrene Fußballer sprach deutliche Worte zur aktuellen Situation: „Momentan können wir nicht zeigen, dass wir bundesligatauglich sind, das stimmt. Der Trend ist erdrückend.“ Zur Zukunft des Trainers wollte sich Gerhardt nicht äußern, verwies aber auf die Vergangenheit des Vereins: „Man muss ja nur in die Vergangenheit schauen und schauen, wie viele Trainer wir verschlissen haben. Wir müssen jetzt einfach die Spieler finden, die es über die Ziellinie bringen.“
Dramatische Tabellensituation
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nach 24 Spieltagen und zuletzt sieben Spielen ohne Sieg ist der VfL Wolfsburg auf den vorletzten Tabellenplatz zurückgefallen. Die sportliche Krise hat sich damit weiter verschärft, und der Abstiegskampf wird immer bedrohlicher.
Am kommenden Samstag um 15:30 Uhr trifft der VfL daheim auf den Hamburger SV in einem für beide Teams entscheidenden Spiel. Trainer Bauer hofft, dass er dieses wichtige Spiel noch betreuen darf: „Ich hoffe, dass ich nächste Woche coachen darf.“ Der Trainer hatte erst im November die Nachfolge von Paul Simonis angetreten und steht seitdem vor der schwierigen Aufgabe, den Verein aus der Krise zu führen.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Vereinsführung an Daniel Bauer festhält oder ob ein Trainerwechsel die Wende bringen soll. Die Stimmung in Wolfsburg bleibt angespannt, während die Zeit im Abstiegskampf der Bundesliga immer knapper wird.



