Wollitz-Wutrede: Cottbus-Trainer legt sich mit Brandenburger Landespolitik an
Wollitz-Wutrede: Trainer legt sich mit Brandenburger Politik an

Wollitz-Wutrede: Cottbus-Trainer legt sich mit Brandenburger Landespolitik an

Der Trainer-Vulkan ist abseits des Rasens mal wieder explodiert. Vor dem Spitzenspiel von Energie Cottbus gegen den SC Verl am Samstag im Drittliga-Aufstiegskampf ließ FCE-Chefcoach Claus-Dieter Wollitz (60) seiner Wut über die Landespolitik in Brandenburg freien Lauf. Der erfahrene Trainer, der selten ein Blatt vor den Mund nimmt, übte scharfe Kritik an der Behandlung seines Vereins durch die politischen Entscheidungsträger.

„Peinlich, abartig, bodenlos!“: Kult-Trainer lässt kein gutes Haar an Politik

„Dieser Verein, der hier Massen anzieht und vielleicht eine große Chance hat, in die 2. Liga zu kommen, wird so links liegen gelassen. Das ist einfach nur zum Fremdschämen“, wetterte der Kult-Trainer los. „Gott sei Dank, sag‘ ich ganz ehrlich, bin ich kein Bürger hier, sondern woanders her. Das ist nur mein Zweitwohnsitz. Weil das ist so peinlich, wie die mit diesem Standort, diesem Verein, diesen Fans, Mitgliedern und Sponsoren umgehen.“

Wollitz betonte dabei, dass es ihm nicht um seine eigene Person gehe: „Ich meine nicht mich, ich bin irgendwann weg, aber den Klub sollte es doch weitergeben.“ Energie Cottbus sei mit seinen Fans das Aushängeschild der Lausitz und Brandenburg im Fußball, werde aber sträflich vernachlässigt.

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Ausbleibende Fördermittel für Stadionrenovierung als Zündstoff

Der Grund für die emotionale Wollitz-Wutrede liegt in ausbleibenden Fördermitteln. Vor einem Jahr hatte die Landespolitik finanzielle Unterstützung zur Renovierung des maroden LEAG Energie Stadions versprochen, um im Falle eines Aufstiegs die Zweitliga-Lizenz zu erhalten. Bisher ist jedoch weder das zugesagte Geld eingetroffen, noch konnten Bauarbeiten beginnen.

„Die sind ja noch nicht mal in der Lage, zugesagte Sachen vom letzten März, bis heute Ende Februar 2026 umzusetzen“, kritisierte Wollitz die Untätigkeit der Verantwortlichen. Die Uhr ticke, obwohl die finanzielle Unterstützung bereits zugesagt worden sei.

Sportminister und Ministerpräsident im Fadenkreuz

Besonders hart ging der Cottbus-Coach mit Sportminister Steffen Freiberg (44, SPD) ins Gericht: „Und der Sportminister war noch nicht mal im Stadion. Das ist ja noch peinlicher.“ Tatsächlich sollte der Wollitz-Auftritt dem zuständigen Minister zu denken geben, da seit längerer Zeit bekannt ist, dass sich in Cottbus infrastrukturell nichts tut.

Doch auch Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke (64, SPD) bekam sein Fett weg: „Am 60. Vereinsgeburtstag ist er nicht in der Lage bei Energie Cottbus aufzutreten. Ich persönlich möchte seine Glückwünsche nicht. Der Klub hätte es verdient, herzlichen Dank gesagt zu bekommen, dass sie dieses Land so toll und mit so einem Support überall in Deutschland vertreten.“

Wollitz fasste seine Kritik pointiert zusammen: „Es kommt nichts, null Komma null, nichts. Im Gegenteil: Sie erschweren es dem Verein noch, dort mitzuhalten. Null Respekt, null Unterstützung. Es geht einfach nur darum, dass diese Region von Potsdam schlecht, sehr schlecht begleitet wird.“

Stadträte erhalten Lob für Engagement

Dass „Pele“ Wollitz auch anders kann, zeigte er mit seinen Aussagen zur Politik der Stadt Cottbus. Die Stadtverwaltung hatte mit Fördermitteln gerade den Bau eines Trainingsplatzes beginnen lassen, was der Trainer als „eine außergewöhnliche Geste“ lobte. „Sie nehme ich komplett raus“, stellte er klar.

Auch dass wegen des harten Winters der aktuelle Trainingsplatz nicht mehr spielfähig ist und man daher durch Cottbus tingeln müsse, um zu trainieren, sei nicht die Schuld der Stadtverantwortlichen. „Dafür können sie nichts. Aber es hat eben nichts mit Profifußball hier zu tun!“

Infrastrukturprobleme behindern Profifußball

Die infrastrukturellen Probleme in Cottbus sind offensichtlich. Die alten Röhrenbildschirme aus Bundesliga-Zeiten – zuletzt von 2006 bis 2009 – flimmern immer noch auf der Pressetribüne vor sich hin. Dies unterstreicht die Dringlichkeit der Renovierungsarbeiten, die für einen möglichen Aufstieg in die 2. Liga unerlässlich wären.

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Wollitz stellte die rhetorische Frage: „Wie sollte denn sonst irgendwo ein Stadion entstehen?“, wenn es nicht auch anderswo überall Unterstützung für die Infrastruktur von Profiklubs gäbe. Seine deutlichen Worte zeigen die Frustration über die ausbleibende politische Unterstützung für einen Verein, der die Region über die Landesgrenzen hinaus repräsentiert.