Nick Woltemade wehrt sich gegen Kritik an seiner Leistung
Nach einem überragenden Saisonstart bei Newcastle United ist der deutsche Nationalspieler Nick Woltemade in ein Formtief gerutscht und steht zunehmend in der öffentlichen Kritik. Der 24-jährige Stürmer hat nun in einem ausführlichen Interview mit der Süddeutschen Zeitung deutlich Position bezogen und sich gegen die kritischen Stimmen gewehrt.
Nur ein Tor im Kalenderjahr 2026
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Seit Beginn des Jahres 2026 hat Woltemade lediglich ein einziges Tor erzielt. Für einen Stürmer, der im Spätsommer 2025 mit einem furiosen Einstand in der Premier League auf sich aufmerksam gemacht hatte, ist dies keine beeindruckende Bilanz. In den Medien ist vermehrt von einer Formkrise die Rede, doch genau diese Einschätzung weist der Spieler entschieden zurück.
„Wenn mir jemand eine Formkrise unterstellt, würde ich einfach mal behaupten, dass derjenige nicht viele Spiele von Newcastle United sieht“, erklärte Woltemade mit deutlichen Worten. Seiner Ansicht nach handle es sich nicht um ein Leistungsloch, sondern vielmehr um eine veränderte Rolle innerhalb des Teams.
Neue Position und veränderte Aufgaben
Der DFB-Star betonte, dass sich seine Position auf dem Feld grundlegend gewandelt habe. „Ich spiele auf einer ganz anderen Position als noch zu Saisonbeginn“, so Woltemade. In jüngeren Partien, etwa gegen Chelsea, habe er sogar im Mittelfeld als Manndecker gegen Cole Palmer agiert und sich kaum im Strafraum aufgehalten.
Diese taktische Neuausrichtung unter Trainer Eddie Howe erfordere eine andere Bewertung seiner Leistungen: „Ich bin im Moment ein komplett anderer Nick Woltemade, als ich das zu Saisonbeginn war. Im Moment müsste man mich eher danach bewerten, wie ich meine Zweikämpfe führe oder die Räume sichere.“
Vom Torjäger zum Teamplayer
Woltemade zeigte sich überzeugt, dass ihn die neue Rolle langfristig stärken werde. „Ich schieße dadurch viel weniger Tore, klar. Aber ich bin da völlig entspannt, ich finde es gar nicht schlecht, mein Repertoire zu erweitern“, erklärte der 24-Jährige. Die veränderte Einsatzweise sei auch durch Verletzungen im Team bedingt gewesen, die ihn zu Einsätzen auf ungewohnten Positionen gezwungen hätten.
Dennoch bleibt der Kontrast zum Saisonbeginn auffällig: In seinem Premier-League-Debüt köpfte der ehemalige Stuttgarter noch ein Tor, und die Newcastle-Fans feierten ihn mit begeisterten Gesängen. Seit Ende Dezember wartet er jedoch auf ein weiteres Ligator.
Auch im DFB-Dress ohne Torerfolg
Bei den jüngsten Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft blieb Woltemade ebenfalls ohne Treffer, obwohl er dort wieder etwas weiter vorne spielte. Der Stürmer erläuterte: „Wir spielen bei der Nationalmannschaft gar nicht mit einer klassischen Neun, wir spielen mit vielen Positionswechseln, gehen in die Zwischenräume oder auch mal in die Tiefe.“ Diese Flexibilität entspreche seinem aktuellen Spielverständnis.
Insgesamt macht Woltemade deutlich, dass er sich nicht auf eine feste Position festlegen lassen möchte und seine Entwicklung als vielschichtiger Spieler positiv sieht. Die Kritik an seiner Torausbeute hält er für oberflächlich, da sie seine veränderten Aufgaben und seinen Beitrag zum Teamerfolg nicht angemessen würdige.



