DHB-Poker um Gislason: Wann fällt die Entscheidung über den Bundestrainer?
Der Deutsche Handballbund (DHB) strebt eine zeitnahe Klärung der Zukunft von Bundestrainer Alfred Gislason an, möchte sich dabei jedoch nicht unter Druck setzen lassen. DHB-Sportvorstand Ingo Meckes betonte am Donnerstag in Dortmund, dass der Verband bewusst die Analyse der Europameisterschaft abgewartet habe, bevor der Prozess zur Entscheidung über Gislasons Verbleib in Gang gesetzt wurde. „Es wäre schlimm, wenn wir einen Monat oder zwei Monate, bevor die WM startet, keine Klarheit hätten“, erklärte Meckes und fügte hinzu, dass man keinen „unmittelbaren Druck“ sehe.
Vertragslaufzeit und Gislasons Ambitionen
Gislasons Vertrag läuft nach der Heim-Weltmeisterschaft 2027 aus, die vom 13. bis 31. Januar stattfinden wird. Der Isländer, der seit 2020 im Amt ist, hatte in der vergangenen Woche erneut deutlich gemacht, dass er gerne mit der Nationalmannschaft weiterarbeiten möchte. „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich erst einmal nicht aufhören möchte mit Handball nach der Weltmeisterschaft und gerne mit dieser Mannschaft weiterarbeiten würde“, sagte Gislason. Er signalisierte stets, dass sein Vertrag nach der WM ausläuft und der DHB über die Zukunft entscheiden müsse, wobei er diese Entscheidung akzeptieren werde.
Alle Optionen auf dem Tisch – Meckes bittet um Geduld
Meckes verwies auf einen gut überlegten und sorgfältigen Prozess, bei dem sich der DHB bewusst Zeit lasse. „Wir wägen alle Möglichkeiten ab – und im Moment gibt es alle Möglichkeiten“, erklärte der Sportvorstand vor dem Länderspiel gegen Afrikameister Ägypten in der Westfalenhalle. Er kündigte an, dass „spannende Monate“ auf den Handballbund zukämen, während die Entscheidung vorbereitet wird.
Gislasons Bilanz als Bundestrainer
In der Amtszeit von Alfred Gislason hat das DHB-Team zwei bedeutende Medaillen gewonnen. Auf das Olympia-Silber in Paris 2024 folgte im Januar des vergangenen Jahres der zweite Platz bei der Europameisterschaft. In beiden Finalbegegnungen war Dänemark der Gegner, was die starke Leistung der Mannschaft unter Gislasons Führung unterstreicht. Diese Erfolge prägen seine Bilanz und sind ein zentraler Faktor in der aktuellen Diskussion um seine Zukunft.
Der DHB bleibt somit in einer abwartenden Position, während die Handball-Community gespannt auf die kommenden Entwicklungen blickt. Die Entscheidung wird nicht nur die Vorbereitung auf die Heim-WM 2027 beeinflussen, sondern auch die langfristige Ausrichtung des deutschen Handballs.



