Fortuna Neubrandenburg: Handballerinnen greifen nach Meisterschaft nach Werder-Pleite
Die Handballerinnen von Fortuna Neubrandenburg haben mit einem deutlichen 30:15-Heimsieg gegen den Stralsunder Handballverein in der Webasto-Arena vor etwa 150 Zuschauern den zweiten Tabellenplatz in der Regionalliga zementiert. Dieser Erfolg gewinnt jedoch eine völlig neue Dimension, nachdem der bisherige Spitzenreiter HV Grün-Weiß Werder überraschend seine erste Saisonniederlage einstecken musste.
Meisterschaftsrennen wieder völlig offen
Während Fortuna ihre Hausaufgaben erledigte, verlor Werder Bremen mit 30:33 daheim gegen den Berliner TSC und ließ damit zwei wertvolle Punkte liegen. Nur vier Spieltage vor Saisonende trennen die beiden Teams nun lediglich ein einziger Punkt, wodurch das Rennen um die Meisterschaft wieder komplett offen ist. Trainer Kay Butzlaff kommentierte die Lage nüchtern: „Wichtig war heute, dass wir diese Partie gewinnen. Das ist uns dank einer überragenden Abwehrarbeit in der ersten Halbzeit auch gelungen.“
Dominante erste Hälfte mit Ligarekord
In den ersten 30 Minuten knüpften die Neubrandenburgerinnen nahtlos an ihre starke Leistung aus der Vorwoche in Schwerin an. Die Gäste aus Stralsund, in deren Reihen mit Hanna Naussed eine ehemalige Fortuna-Spielerin stand, kamen bis zur Pause gerade einmal auf zwei Treffer – ein Ligarekord in dieser Spielzeit. Beim Halbzeitstand von 14:2 war die Partie praktisch bereits entschieden.
Schlendrian in der zweiten Halbzeit
Nach dem Seitenwechsel schlichen sich jedoch zunehmend Unkonzentriertheiten und Fehler ins Spiel der Fortuna-Frauen ein. Zahlreiche einfache Ballverluste im Angriff verhinderten ein noch deutlicheres Ergebnis. Butzlaff zeigte sich kritisch: „In der zweiten Halbzeit hat ganz klar der Schlendrian Einzug gehalten. Passiert uns das nicht, bin ich mir sicher, werfen wir 40 Tore.“ Symptomatisch für diese Phase war eine Szene kurz nach Wiederanpfiff, als die eigentlich verletzte Kapitänin Madlen Kloska einen Siebenmeter verschoss, die gegnerische Torhüterin im Gesicht traf und zusätzlich eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte.
Entscheidung über Aufstiegsrunde steht bevor
Ob der zweite Tabellenplatz zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur 3. Liga berechtigt, wird sich bereits am kommenden Montag entscheiden. Butzlaff erläuterte: „Dann wissen wir zu 100 Prozent, ob Werder für die dritte Liga melden wird oder nicht.“ In der Schlussphase fand Fortuna wieder zu ihrem konsequenten Spiel zurück und schraubte das Endergebnis auf 30:15 hoch. Zu den herausragenden Spielerinnen gehörten Elisa Schmidt mit sieben sowie F. Stenzel mit neun Treffern.
Die Fortuna-Mannschaft setzte sich wie folgt zusammen: Krause, Skierke, Fiero, Haasmann (6 Tore), Schalk (1), F. Stenzel (9), Philipp, Chokheli, Kloska, Schmidt (7), Abrahams (1), Dominik, Keilholtz (3), Weber (3). Mit diesem Erfolg im Rücken blicken die Neubrandenburgerinnen nun mit neuer Hoffnung auf die letzten vier Spieltage der Saison.



