Handball-Bundestrainer Gislason im Vertragspoker: Knorr spricht sich für Verlängerung aus
Gislason im Vertragspoker: Knorr für Verlängerung

Handball-Bundestrainer Gislason im Vertragspoker: Knorr spricht sich für Verlängerung aus

Nicht nur mit zwei Siegen, sondern auch mit einer offenen Zukunftsfrage im Gepäck trat Bundestrainer Alfred Gislason die Heimreise von einem erfolgreichen Lehrgang an. Nach den Testspielsiegen gegen Ägypten rückt beim Deutschen Handballbund bereits die Zeit nach der Heim-Weltmeisterschaft 2027 in den Fokus. Das Arbeitspapier des Isländers läuft nach dem Turnier aus – der Vertragspoker beginnt jetzt und verspricht spannende Monate für den Verband.

Knorr äußert sich als einer der wenigen Nationalspieler

Spielmacher Juri Knorr traute sich als einer der wenigen Nationalspieler aus der Deckung und sprach sich klar für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit aus. „Ich hoffe, dass es noch weitergeht mit ihm. Ich kenne nur Alfred als Bundestrainer und bin ihm sehr dankbar für alles, was er mir ermöglicht hat“, sagte Knorr, der im November 2020 unter Gislason debütierte. Der Großteil seiner Teamkollegen wollte sich in der brisanten Trainerfrage hingegen nicht äußern. Rückraumspieler Miro Schluroff betonte, dass er sich zwar absolut vorstellen könne, weiter unter Gislason zu spielen, „aber das ist sicherlich nicht meine Entscheidung“. Renars Uscins sagte knapp: „Da werde ich keine Antwort geben“.

DHB will Klarheit vor der Heim-WM schaffen

Der DHB will definitiv noch vor der Heim-WM Klarheit über die Zukunft des Trainerpostens schaffen. „Der Prozess wird jetzt in Gang gesetzt“, hatte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes angekündigt und „spannende Monate“ prophezeit. Eine feste Frist nannte Meckes nicht, betonte aber: „Es muss eine gute WM-Vorbereitung möglich sein“. Damit steht fest, dass die Entscheidung über eine mögliche Vertragsverlängerung noch in diesem Jahr fallen muss, um die Planung für das Großereignis 2027 nicht zu gefährden.

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Gislason blickt auf erfolgreiche Ära zurück

Alfred Gislason, der seit Februar 2020 als Bundestrainer im Amt ist, führte die deutsche Handballnationalmannschaft zu bemerkenswerten Erfolgen. Unter seiner Leitung gewann das Team sensationell Olympia-Silber und EM-Silber, etablierte sich wieder in der Weltspitze und durchlief einen erfolgreichen Generationenwechsel. Spieler wie Juri Knorr, Miro Schluroff, Julian Köster und Renars Uscins feierten unter dem oft etwas mürrisch wirkenden Isländer ihr Debüt und sind heute nicht mehr aus dem Kader wegzudenken.

„Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich erst einmal nicht aufhören möchte mit Handball nach der Weltmeisterschaft und gerne mit dieser Mannschaft weiterarbeiten würde“, sagte Gislason, der einen Umbruch im Team vor Jahren nicht nur eingeleitet, sondern auch erfolgreich vollendet hat. Kapitän Johannes Golla betonte Gislasons großen Anteil an der positiven Entwicklung: „Es ist eine Mannschaft, die unheimlich viel Potenzial hat und wir kommen dem Ausschöpfen des Potenzials immer näher“.

Kritikpunkte und unklare Tendenz im Verband

Dass nicht jeder Spieler oder jedes Mitglied der Führungsriege eine Fortsetzung der Zusammenarbeit über den Winter hinaus will, ist ein offenes Geheimnis – auch wenn dies öffentlich niemand bestätigen würde. Kritiker führen an, dass der ganz große Gold-Coup unter Gislason bislang nicht gelang und dass es nach wie vor Leistungseinbrüche wie bei der EM gegen Serbien gibt. Eine klare Tendenz im Verband pro Gislason scheint es Stand jetzt nicht zu geben, was den Bundestrainer vorerst in eine Position der Ungewissheit drängt.

Bereits bei der EM im Januar stand Gislason kurz vor dem Aus. Nach der Niederlage gegen Serbien und dem drohenden Vorrunden-Aus hatten ihn viele bereits abgeschrieben. Der anschließende Silberlauf der deutschen Mannschaft war jedoch ein klares Signal an seine Kritiker und unterstrich seine Fähigkeit, das Team in schwierigen Momenten zu motivieren. Nun muss der DHB abwägen, ob die Erfolge der vergangenen Jahre oder die noch ausstehenden großen Titel die entscheidenden Kriterien für die Vertragsentscheidung sein sollen.

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