Handball-Krise in Demmin: Verein wehrt sich gegen Vorwürfe der eigenen Spieler
Der SV Einheit Demmin befindet sich in einer turbulenten Phase, die den gesamten Verein erschüttert. Nach deutlicher öffentlicher Kritik durch Teile der Verbandsliga-Mannschaft hat nun der Vorstand seine Sicht der Dinge dargelegt und versucht, die aufgeworfenen Vorwürfe zu entkräften.
Heizungsdefekt und Ballstreit belasten den Verein
Nach Vereinsangaben gab es in der Sporthalle kurz vor Weihnachten einen Heizungsdefekt, der den Trainings- und Spielbetrieb erheblich beeinträchtigte. Der Verein betont, dass er seit Beginn der Störung in engem Kontakt mit der Hansestadt Demmin als Betreiber stand und den Spielbetrieb aufrechterhielt, um Terminprobleme zu vermeiden. Die notwendigen Reparaturen seien von der Stadt veranlasst worden, und seit Februar sei die Halle wieder in ordnungsgemäßem Zustand.
Ein weiterer Streitpunkt betrifft den Umgang mit Handbällen. Laut Verein ist die Verwendung von Harz am Ball seit 2021 in der Arena in der Demminer Schützenstraße grundsätzlich untersagt, was mit Reinigungsproblemen und Beschwerden anderer Nutzer begründet wird. In Abstimmung mit der Hansestadt sei jedoch eine Ausnahme für ein weniger rückstandsintensives Haftmittel in Sprayform vereinbart worden.
Vorstand reagiert auf Kritik der Spieler
Der Vereinsvorsitzende Sebastian Borchardt wurde informiert, nachdem die Stadt 18 verschmutzte Handbälle einziehen und verschließen ließ, nachdem einige Spieler die Vorgaben missachtet hatten. Vor dem Abschlusstraining und einen Tag vor der Partie gegen Usedom II habe man sich auf eine Herausgabe der Bälle unter Auflagen geeinigt.
Doch ein internes Übergabeprotokoll, das dem Nordkurier vorliegt, besagt, dass die Bälle im Meisterschaftsspiel nicht hätten verwendet werden dürfen. Dies unterstreicht die angespannte Situation zwischen Verein und Stadt.
Finanzielle Förderung und Kommunikationsprobleme
Zur Diskussion um die Unterstützung der ersten Männermannschaft teilte der Vorstand mit, dass dieses Team im Verein finanziell am stärksten gefördert werde. Aufgaben an Spieltagen würden häufig von anderen Mannschaften übernommen; an einer gerechteren Verteilung werde gearbeitet, es gebe aber Startschwierigkeiten.
Fehlende Spielkleidung betrifft nach Vereinsangaben sogar mehrere Teams, was auf Lieferverzögerungen des Ausrüsters zurückzuführen ist. Der Vorstand räumt ein, dass eine bessere Kommunikation hätte helfen können, und betont, dass diese Frage intern weiter geklärt wird.
Ausblick und letztes Heimspiel der Saison
Abzuwarten bleibt, wie sich die verhärteten Fronten zwischen Vorstand und erster Mannschaft entwickeln. Nach einem Gespräch zwischen Club und Mannschaftsrat wurde dem Team ein Forderungskatalog vorgelegt, dessen Zustimmung offen bleibt. Die Mannschaft wollte sich dazu auf Nachfrage nicht äußern.
Vorstand und Stadt beabsichtigen, sich am Montag zu einem weiteren Gespräch zu treffen, um über die weitere Nutzung von Haftmitteln in der Beermann-Arena zu beraten. Unterdessen bestreiten die Peenestädter am Sonntag das letzte Heimspiel der Saison 2025/26 in der Verbandsliga gegen den HC Empor Rostock III, wobei der Verein als Tabellenvorletzter antritt.



