Zwischen Erfolg und Selbstzweifeln: Handball-Trainer Jürgen Radloff im Gespräch über seine Zukunft
Handball-Trainer Radloff: Erfolg und Selbstzweifel in Loitz

Zwischen Erfolg und Selbstzweifeln: Handball-Trainer Jürgen Radloff im Gespräch

Nach dem dritten Sieg in Folge hat Trainer Jürgen Radloff seiner Mannschaft der SG Uni Greifswald/Loitz einige freie Tage gewährt. Die Spieler sollten abschalten vom Handball, nicht an Punkte oder Tabellenstände denken. Ein punktspielfreies Wochenende steht ohnehin bevor, sodass alle Beteiligten durchpusten können.

Der Druck ist raus – Planungen für die Zukunft laufen

Bei der SG Uni Greifswald/Loitz ist der Druck deutlich gesunken. Nach der Horror-Vorsaison, als der Klassenerhalt in der Regionalliga erst am letzten Spieltag in einem Herzschlag-Finale gesichert wurde, kann der Verein bereits jetzt die Planungen für die neue Spielzeit aufnehmen. In den verbleibenden sieben Runden bis zum Saisonende müsste wirklich alles schieflaufen, damit Greifswald/Loitz erneut in Abstiegsgefahr geraten würde.

Der Rumäne David-Adrian Tuinea, der vor zwei Wochen verpflichtet wurde, ist bei den Kaderplanungen bereits ein Vorgriff auf die kommende Saison. Gespräche mit weiteren möglichen Neuzugängen laufen, wie Radloff bestätigt: „Wir wollen die Qualität der Mannschaft weiter verbessern.“ Ob in seinen Überlegungen beispielsweise der Ex-Loitzer Lukasz Stefanicki, der den SV Fortuna Neubrandenburg im Sommer verlassen wird, eine Rolle spielt, wollte Radloff weder bestätigen noch dementieren. Klar ist jedoch, dass der Kader dieser Saison im Großen und Ganzen zusammenbleiben wird.

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Herausforderungen in der Region und persönliche Reflexion

Jürgen Radloff betont, dass es längst nicht mehr so einfach sei wie in früheren Jahren, in einer Region wie Loitz eine konkurrenzfähige Handball-Mannschaft für die 4. Liga zu entwickeln. „Das große Geld gibt es in Loitz nicht mehr, dazu liegen wir verkehrstechnisch gesehen ziemlich abseits. Das erschwert vieles“, sagt der Trainer. Er fügt hinzu: „Wir haben Spieler, die dreimal die Woche aus Rostock zum Training kommen, da ist die Aufwandsentschädigung, die wir zahlen, fast schon weg.“

Trotz dieser Widrigkeiten ist Radloff mit Leib und Seele Trainer der SG Uni Greifswald/Loitz. Dennoch denkt er über seine Zukunft nach. „Ich bin nicht auf dem Absprung. Es gibt jetzt aber ein Etappenziel, das wir erreicht haben, und das muss man erst einmal sacken lassen, sich selbst hinterfragen“, erklärt er.

Von der Rettungsmission zur Stabilisierung

Im September 2024 hatte Radloff den Trainerposten von Matthias Schmidt übernommen, der damals zurückgetreten war. Seine einzige Aufgabe war es, den traditionsreichen Handballverein vor dem Abstieg in die Oberliga zu retten. Mit Glück, Können und Neubrandenburger Schützenhilfe gelang diese Mission.

Jürgen Radloff hat den Verein wieder in ruhiges Fahrwasser geführt. Der Trainer räumt jedoch ein, dass die vergangenen Monate sehr an ihm gezerrt haben. „Jeder, der in der Regionalliga neben seinem eigentlichen Job eine Handballmannschaft trainiert, weiß, wovon ich rede. Das macht man nicht einfach so nebenbei, du musst alles mit deiner Arbeit und deinem Privatleben verbinden“, sagt er. Da stelle sich schon mal die Frage: Wie lange kann ich das durchhalten?

Aktuelle Lage und Ausblick

Der Trainer ist zunächst froh, dass der Druck, unbedingt die Klasse halten zu wollen, in dieser Saison bereits so früh weg ist. Die SG Uni Greifswald/Loitz ist derzeit Tabellensiebter, einen Punkt hinter Empor Rostock II. „Vielleicht können wir Empor noch abfangen, das wäre ein schönes Ziel“, so Radloff.

Das nächste Spiel für die SG Uni Greifswald/Loitz steigt am 14. März, dann geht es zum Tabellenvorletzten Blau-Weiß Berlin. Viermal spielt der Verein noch in der heimischen Peenetalhalle. Die Saison geht am 9. Mai zu Ende, und bis dahin hofft Radloff auf weitere Erfolge und eine stabile Zukunft für den Verein.

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